Der inzwischen sechszehnjährige Arthur wurde in Toulon bei der Besichtigung des Hafens mit dem Anblick und dem Los angeketteter Galeerensklaven konfrontiert. Er war konsterniert und empfand diese Art der Bestrafung - wie er in seinem Reisetagebuch vermerkte - um vieles schrecklicher als die Todesstrafe, denn selbst die Freiheit nach jahrzehntelanger Galeerenfron konnte diese Menschen wahrlich nicht mehr erfreuen. Sie waren als Freie - da man einem ehemaligen Galeerensträfling kaum ein Einkommen verschaffte - dazu verurteilt wieder in die Illegalität zu gehen um zu überleben. Die Auseinandersetzung mit diesen Erlebnis sollte ihn in seinem ganzen Wesen nachhaltig prägen. Die Überlegungen des jungen Schopenhauers, noch ganz unter dem Eindruck des Gesehenen, wuchs zur Vision und zum Sinnbild menschlicher Existenz. Der Mensch ist wie ein Galeerensklave an seinem Körper und seine Individualität gekettet. Später drückte Schopenhauer es so aus: "Das Schiksal ist Mangel, Elend, Jammer, Qual und Tod".
Nach Frankreich ging die schopenhauersche Bildungsreise unter der geistreichen Führung seiner Mutter und den mehr realitätsbezogenen Kommentaren seines Vaters weiter nach England, wo er für die Dauer ihres Aufenthaltes in einem Internat eingeschrieben wurde. Der relativ kurze Aufenthalt von einem halben Jahr reichte dem jungen Sch., um ihm die englischen Schulen definitiv zu verleiden. Die Sprache hingegen gefiel ihm recht gut und er hatte sie sich ziemlich schnell angeeignet. Noch in späteren Jahren las er regelmässig die Times und - durch seine Mehrsprachigkeit - auch andere renommierte ausländische Zeitungen.
Zurück in Hamburg musste Sch. - wenn auch ohne sonderliche Begeisterung - sein Versprechen einlösen und eine Kaufmannlehre beginnen. Er hingegen hatte schon damals den Wunsch die Wissenschaften zu studieren. Nachdem sein Vater sich 1805 (wahrscheinlich) den Freitod gegeben hatte, brach Sch. seine Kaufmannslehre sofort ab. Das Familiengeschäft wurde aufgelöst und die Mutter zog mit ihrem Sohn und Tochter Adele nach Weimar, wo sich die Intelligenzia beflissen im Dunstkreis Goethes tummelte. Dort eröffnete Johanna Schopenhauer - die als Romanautorin und Verfasserin von Reiseberichten schon eine gewisse Renommée erlangt hatte . einen literarischen Salon, in dem sie recht schnell zahlreiche bekannte zeitgenössische Dichter und Schriftsteller empfing und sich zur Lebedame mit exquisitem Umgang entwickelte.
Der Sohn, der seinem verstorbenen Vater und dessen realitätsbezogeneren Ansichten eher zugeneigt gewesen war, machte sich eher lustig über den Snobismus und die literarischen Ambitionen seiner Mutter lund nannte sie eine "Kultursnobistin". Wegen seiner Geringschätzung und seinen spöttischen, mürrischen und recht kritischen Bemerkungen seiner Mutter gegenüber, distanzierte sich diese in zunehmendem Maße von ihrem Sohn. Da sie das Erbe verwaltete, zahlte sie dem Sohn seinen Teil davon aus, mit dem Hintergedanken, den Störenfried dadurch endlich aus ihrer Nähe zu entfernen. Ihr Wunsch ging in Erfüllung, denn Arthur Schopenhauer zog sofort nach Göttingen um dort Naturwissenschaften und Philosophie zu studieren. Sein Geld legte er gewinnbringend an, so daß er in späteren Jahre u.a. in Frankfurt als Privatier ein mehr oder weniger sorgenfreies Leben führen konnte.
Im ersten Jahr hörte er Fichtes "Thatsachen des Bewußtseins" und machte die Bekanntschaft von Friedrich Schleiermacher, welcher ihn als Religionsphilosoph zwar wenig überzeugte, ihn allerdings als Übersetzer von Plato regelrecht begeisterte. Daneben studierte Sch. noch bei dem Altphilologen Friedrich August Wolf und besuchte die Kurse des renommierten Zoologen Martin Hinrich Lichtenstein. Seine überschwengliche Begeisterung für Fichte nahm in den Jahren in Berin kontinuierlich ab und mündete in einer bitteren Polemik.
Nach knapp zwei Jahren in Berlin kehrte Sch. Fichte und den Turbulenzen der antinapoleonischen Befreiungskriege den Rücken und verzog sich im Sommer 1813 - weit weg von den Kriegsunruhen - nach Rodolstadt an der Saale um sich in Ruhe seiner Dissertation widmen zu können; "Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde". Seine Dissertation war so zusagen die Eröffnung zu seinem Hauptwerk, in dem er die wirkliche hinter der Scheinrealität zeigen würde, das was Kant als "das Ding an sich" bezeichnet hatte.
Noch im Oktober desselben Jahres promovierte Schopenhauer in Jena zum Doktor der Philosophie.

Der junge Schopenhauer
Nach der Veröffentlichung seiner Doktorarbeit ging er im November zurück nach Weimar, wohnte zeitweilig bei seiner Mutter und kassierte ihre Bemerkung über seine Doktorarbeit - das sei wohl eher etwas für Apotheker - ohne besonderen Gegenkommentar. Durch die Beziehungen seiner Mutter in den literarischen Kreisen Weimars, konnte sie ihn mit Goethe zusammenbringen, welcher von dem jungen Quergeist sehr schnell angetan war. Goethe erkannte frühzeitig das Genie seines zeitweiligen Schülers und prophezeite ihm eine grosse literarische Zukunft. Dass diese Zukunft allerings noch eine Weile auf sich würde warten lassen, stand auf einem anderen Blatt. Schopenhauer war von Goethes Farbenlehre beeindruckt und seine zweite Schrift "Über das Sehen und die Farben" (1815) war denn auch sehr stark von der Farbenlehre seines Spiritus rector beeinflusst.
Während dieser Zeit wurde der junge Schopenhauer mit der indischen Mystik bekannt. Sein ungemein starkes Interesse wurde durch den Jenaer Privatgelehrten Friedrich Majer geweckt, der Schopenhauer für die altindische Philosophie der Upanishaden interessieren konnte. Schopenhauer war in hohem Maße beeindruckt von den altindischen Philosophien und ließ seine Erkenntnisse daraus in sein Hauptwerk derart miteinfliessen, dass man ihn später nach Erscheinen von Die Welt als Wille und Vorstellung den "Buddah von Frankfurt" nannte. Schopenhauer kommt unbedingt der Verdienst zu, als erster bedeutender europäischer Philosoph der indischen Philosophie Eingang ins europäische Denken verschafft zu haben.
Im Mai 1814 zog Sch. weiter nach Dresden, wo er vier ausserordentlich produktive Jahre verbrachte. In Dresden schrieb er "Über das Sehen und die Farben" und brachte sein Haupt- und Lebenswerk zu Papier: "Die Welt als Wille und Vorstellung". 1818 schließt er es ab und veröffentlicht es in Leipzig bei Brockhaus. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. Kaum mehr als hundert Exemplare wurden im ersten Erscheinungsjahr verkauft. Schließlich wurden die Restposten eingestampft. Eines der bedeutendsten philosophischen Werke geriet über Jahrzehnte ins Vergessen.
Sylvester 1814 richtet Schopenhauer eine Habilitationsanfrage an die philosophische Fakultät der Universität Berlin. Fichte war gestorben und auf dessen Platz war 1818 Georg Wilhelm Friedrich Hegel berufen worden, was mit sich brachte, dass Berlin zur Hochburg des Hegelianismus und zum Zentrum des deutschen Idealismus avancierte. In diesem hegelianischen Jagdrevier erhält der zweiunddreissigjährige Sch. - nachdem er eine Probevorlesung abgeleistet hatte - am 23. Mai 1820 seine Lehrerlaubnis im Fach der Philosophie. Noch imselben Jahr gibt er seine erste Vorlesung. "Er war von seinem Talent so voll überzeugt, dass er dachte, es sei unehrlich, diese Tatsache vor dem Teil der Menschheit, die solches noch nicht wahrgenommen hatte, zu verbergen. Dementsprechend hielt er seine Vorlesungen zur selben Zeit wie Hegel." [B. Russel - Denker des Abendlandes 352ff]
An Hegels Vorlesungen nahmen weit mehr als zweihundet Studenten teil, an denen des Privatdozenten Schopenhauer hingegen lediglich fünf. Im Schatten des grossen Hegel nahm so gut wie niemand Notiz von dem jungen Schopenhauer.
Kommentare und Meinungen
Ein wenig Eifersucht, die Erkenntnis, dass er die Hegelianer nicht zu überzeugen vermochte und hauptsächlich seine gegenüber Hegels Philosophie gegensätzlichen Ansichten machten aus dem jungen Privatdozent eine scharfen Kritiker: auf der einen Seite Hegel als historisch geprägter Rationalist und auf der anderen Seite Schopenhauer als naturwissenschaftlich geprägter und betont irrationaler Denker. "In Hegel sieht Schopenhauer vor allem den Kontrahenten, zu dessen emphatischer Vernunftsphilosophie die eigene pessimistische Willensmetaphysik in einem schroffen Gegensatz steht". [Lore Hühn - Philosophen 234ff]
In "Jenseits von Gut und Böse" äussert sich Nietzsche - der Hegel trotz aller Kritik an dessen historischem Sinn schätzte - Schopenhauer habe es durch seine "unintelligente Wut auf Hegel" dahin gebracht, die ganze letzte Generation von Deutschen aus dem Zusammenhang mit der deutschen Kultur herauszubrechen, "welche Kultur ... eine Höhe und divinatorische Feinheit des historischen Sinns gewesen ist". Als nicht historisch geschulter und geprägter Denker sei Schopenhauer gerade in dieser Beziehung bis zur Genialität arm, unempfänglich und undeutsch gewesen.[Karl Löwith - Von Hegel zu Nietzsche 198ff] 17 Jahre Jahre später wurde Schopenhauer für Nietzsche quasi zum Erweckungserlebnis. Nachdem die geschichtliche Entwicklung Schonpenhauer in die Hand gespielt hatte, bekennen sich Nietzsche und Richard Wagner als Shopenhauerianer und Nietzsche adelt ihn als "erhabenen Vorkämpfer".
"Der von der Romantik ausgehende Irrationalismus bekämpft zunächst den Hegelschen Rationalismus. Sein Wortführer ist Arthur Schopenhauer, für den das Absolute nicht Vernunft ist, sondern ein blinder und irrtionaler Wille. (...) Später wendet sich der Irrationalismus gegen den Rationalismus ... er stützt sich jetzt auf die Darwinsche Entwicklungslehre, prophetischer Verkünder ist Friedrich Nietzsche." [I.M. Bochenski - Europäische Philosophie der Gegenwart 22ff]
1831 endete Schopenhauers gescheiterte Dozentur in Berlin. Die Cholera schlägt zu und Sch. verließ fluchtartig die Stadt. Nach einem kurzen Aufenthalt in Mannheim zog er weiter nach Frankfurt am Main, wo er bis zu seinem Tod im September 1860 lebte.
Sch. vertrat schon sehr früh einen festen philosophischen Standpunkt, den er in seinem Hauptwerk über den Willen erklärte. Der Wille - wie ihn Schopenhauer verstand - war etwas durch und durch Schädliches und verantwortlich für das Leid, das uns unvermeidlich in unserem Leben begleitet. Im Gegensatz zu Hegel war für Sch. das Wissen kein Weg in die Freiheit, sondern vielmehr eine Quelle des Leidens. Nach diesem Prinzip entwickelt er im Gegensatz zum realistisch-idealistischen Optimismus, eine düstere Auffassung einer Welt, in der es kein Glück gibt [Russell]. Die Sexualität und die Fortpflanzung wertete er als etwas, das die Lage noch verschlimmere, da durch die Fortpflanzung immer mehr Opfer des Leides erschaffen würden. Sein Frauenhass (insofern man es so nennen kann) wird von Bertrand Russell dahingehend interpretiert, daß Sch. die Rolle der Frau bei der Fortpflanzung und in der Sexualität allgemein als zielgerichteter bewertete, als die des Mannes. "Schopenhauer selbst war nach seiner Veranlagung für das Glück untauglich, und deswegen behauptet er, Glück sei nicht zu erlangen." [B. Russell . Denker des Abendlades 353ff] "War Schopenhauer, wie es manche Psychologen gerne hätten, durch sein Lebenschicksal dazu verurteilt, auch im Denken ein Verletzter und Verletzender zu sein ? Solche simplen Rechnungen gehen selten restlos auf, aber man kann es ja mal versuchen". [K.D. Ulke - Vorbilder im Denken 151ff]
Bei Schopenhauer bleibt die Überlegenheit unserer Spezies schon auf halber Strecke liegen, und nach ihm wiederholen wir im Grunde nur das Verhalten unserer Vorgänger, eine Einstellung, die auch bei Nietzsche zu finden ist. Schöpfte Schopenhauer aus der Heiligen Schrift ? Umgekehrt könnte man meinen, der Apostel Paulus hätte Schopenhauer gelesen, wenn er jammert: "Was ich will, das tu ich nicht - was ich tu, das will ich nicht". Im Evangelium des Matthäus steht zu lesen, dass der Geist willig, aber das Fleisch schwach sei und bei Luther kann man nachlesen, daß die Vernunft eine Hure ist, die mit dem geht, der ihr am meisten bietet. Der englische Philosoph David Hume - den Schopenhauer sehr gerne ins Deutsche übersetzt hätte - behauptet, der Verstand sei der Sklave der Leidenschaften.
Für diejenigen, die den Menschen als Krone der Schöpfung, als das höchste entwickelte und intelligente Wesen hochhalten, müssen das bittere Pillen sein. Unter anderem die Schopenhauerschen Philosopheme haben etwas mehr als ein halbes Jahrhundert später Sigmund Freud auf seiner Suche nach Erklärungen des Unbewussten und der Träume ein beträchtliches Stück Weg gezeigt.
Späte Anerkennung
Der private Mensch Schopenhauer - wenn auch verbittert und verhärtet - passte nicht so richtig in das klischeehafte Idealbild, das sich u.a. die Deutschen über ihn machten: ein schwarzer Pessimist und ewig grantiger Nörgler, mürrisch und unzugänglich, ein Verneiner der Vernunft , irrational und verschroben. Schopenhauer hat an der Fassade der Philosophie gekratzt und zum Teil - ohne es wissen zu können - die Psychologie von Generationen nach ihm quasi vor-reformiert. Man wähnte ihn als skurillen und schroffen Querkopf, als unzugänglichen Solist, gar als Weiberfeind, aber man kannte ihn nicht so richtig, oder wollte es nicht. Vielleicht deshalb, weil Schopenhauers Ethik das Mitleid und die Herzensgüte groß schrieb und die Einheit aller Wesen - nicht bloß der Menschen - forderte, was eine Bewertung des Menschen zur Krone der Schöpfung von vorneherein ausklammerte.
Er verhielt sich schon als junger Mann wie ein Alter, erging sich bei seinen Spaziergängen meist in Kontemplationen und lebte später wie ein verbitterter Mysantrop. Er hatte offenbar nur zwei Schwächen: das ausgiebige und hingebungsvolle Flötespielen mit einer großen Vorliebe für die Musik des Lebenskünstlers Rossini und seinen Pudel, den er "du Mensch" beschimpfte, wenn er zornig war. Als eingeschworener Pessimist war Schopenhauer nichtsdestotrotz ein grosser Musikliebhaber. Das könnte einen verwundern, aber für ihn war die Musik eine kurzfristige Erlösung vom "Brüllen der Natur, das die Vernunft nicht besänftigen kann ... sie erlöst ihn mit ihrer Sprache, die eine andere als die seine ist ..." [K-D- Ulke 155ff]

Der hintergründige Wilhelm Busch hatte den Philosophen mit dem Pudel gezeichnet und Odo Marquard kommentiert: "Busch ist gereimter Schopenhauer, womit ich nicht behaupte, dass Schopenhauer ungereimt ist". [zitiert nach K.D. Ulke - Vorbilder im Denken 150ff]
Während den ersten Jahren in Frankfurt publizierte Schopenhauer nichts, schrieb dafür aber fleissig. 1835 erschien die erste von vier Schriften :"Über den Willen in der Natur". Er führt seine Ethik weiter mit zwei Preisschriften, die er bewusst als Ergänzung zu seinem Hauptwerk erklärte. 1841 erschienen die beiden Bände "Die beiden Grundprobleme der Ethik". Eine seiner wichtigsten Abhandlungen ist "Über das Fundament der Moral", eine Kritik an Kants Imperativ, in Schopenhauers Augen ein irreführender Versuch, die Ethik in der Vernunft zu begründen. Es seien vielmehr die empirischen Handlungen der Menschen, die Auskunft über seine wahren Antriebsfedern gäben.
* Der Egoismus, welcher identisch mit dem Willen des EInzelnen ist
* Die Boshaftigkeit, weil sie sich am Leid des Anderen weide und weil der Mensch das einzige Tier sei, das dem Anderen Schmerz verursachen würde, ohne weiteren Zweck als eben diesem.
* Das Mitleid - das Fundament zu Sch. Ethik - weil Handlungen aus Mitleid solche seien, in welchen das Wohl des Anderen der ausschließliche Gesichtspunkt des eigenen Handelns darstelle ... Im Mitleid vollzöge sich eine fundamentale Identifikation mit allem Leben, welche einer Zurücknahme des Principium individuationis gleichkomme. In dieser Definition - die sich an sich die All-Einheitslehre anlehnt, erkennt man den Einfluss von Schopenhauers Studien der indischen Philosophie.
1850 schließt er seine Schriften "Parego und Paralipomena" , an denen er die vergangenen sechs Jahre geschrieben hatte ab. Diese sogenannten Nebenwerke sind systematisch aufgebaute und geordnete Gedanken über vielerlei Dinge und begreifen auch seine berühmten "Aphorismen zur Lebensweisheit", durch die er schließlich bei einem breiten Publikum Aufmerksamkeit erregte. Im "Englischen Hof" in Frankfurt, wo der nunmehr bekannte Philosoph sein Mittagessen zu sich zu nehmen pflegte, suchten Literaturfreunde, die Haute Volée und solche, die gerne dazu gehören möchten seine Tischnachbarschaft und verwickeln ihn in Gespräche über seine Philosophie. Seine Aphorismen hatten ihm eine späte Anerkennung gebracht und gleichzeitig eine beträchtliche Aufbesserung seiner damals sehr armseligen finanziellen Lage, denn die angelegten Reserven seines väterlichen Anteils waren quasi erschöpft.
Seine Aphorismen sind eigentlich eine ethische Anleitung zu einem pragmatischen Leben und wollen aufzeigen, wie man den Willen auf ein absolutes Minimum herabsetzen kann, ohne darum in Askese leben zu müssen, bzw. dem Leben als solchem eine radikale Absage zu erteilen. "Je enger man die Grenze steckt, desto wahrer und freier ist man". Die letzten Jahrhunderte hat Schopenhauers Hauptwerk trotz des anfänglichen Mißerfolges sehr viele Menschen erreicht "und dem Bedürfnis nach Weisheit und philosophischer Lebenshilfe Rechnung getragen". (Robert Zimmer - Philosophenportal)
Arthur Schopenhauer starb im September 1860 in einer Zeit, in der er als einer der einflussreichsten Philosophen Europas verehrt wurde. "Schopenhauers These, dass die Welt ein Tal des Jammers ist und der bösartige Charakter des Menschen sich unverändert zeigt, wird zumindest als ein Stachel im Fleisch der Philosophie erhalten bleiben". (R. Zimmer)
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Bibliographie
Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde (1813, seineDissertation) Ueber das Sehen und die Farben (1816 aus der Zeit mit Goethe) Die Welt als Wille und Vorstellung, 1. Band (1819 - 2. Auflage 1844 - 3. verb. und bed. erweit. Auflage 1859) Theoria colorum (1830, lateinische Ausgabe der überarbeiteten Originalschrift) Ueber den Willen in der Natur (1836 - 2. verb. + erw. Auflage 1854) Die beiden Grundprobleme der Ethik: Ueber die Freiheit des menschlichen Willens, Ueber das Fundament der Moral (1841 - 2. Auflage 1860) Die Welt als Wille und Vorstellung, zweiter Band (1844) Parerga und Paralipomena (1851, 2 Bände - Aphorismen zur Lebensweisheit, Ueber die Universitäts-Philosophie, Ueber Schriftstellerei und Stil u.v.a.m.) Über Schriftstellerei und Stil. (Einzelausgabe, hersg. von Ludger Lütkehaus, Alexander Verlag Berlin 2003.) |
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