(wird noch bearbeitet) Voodoo Afroamerikanische Religion 
Comicdarstellung von Baron Samedi Die schwarzen Afrikaner sind nicht grunzend, tanzend und geistig unterbelichtet durch ihre Geschichte getrampelt, auch wenn das einige Herders und andere Ideal-isten nur zu gerne geglaubt und behauptet haben, um die rassische und kulturelle Überlegenheit der Weißen zu zementieren und eine philosophische Rechtfertigung zu suchen, um auch diesen Ethnien noch den christlichen Gottestempel aufdrücken zu können. Ob man die afrikanische Weltbetrachtung als Philosophie bezeichnen kann, sei der Interpretation überlassen, denn bevor der quasi kontinentale Glaube der Afrikaner zur geisteswissenschaftlichen Philosophie hätte werden können, griff der weiße Mann ein, zwangsrekrutierte binnen 2-3 Jh. in etwa 12 Millionen Arbeitskräfte und befleißigte sich, die Daheimgebliebenen und die verschleppten Sklaven nach bester Eroberertradition zu Christen zu bekehren. Wahrscheinlich war diese Zwangsbekehrung wie auch in anderen Erdteilen(Südamerika z.B.) der Grund, dass eine Philosophie nach den Mustern jener, die in der oberen Hemisphäre sich entwickelten, in Afrika und anderswo schon im Keime erstickt wurde. Hochkulturen Afrika hatte sehr wohl seine eigenen Hochkulturen und wenn die Archäologen und HIstoriker Recht behalten, waren es die, aus dem Dunst der Frühgeschichte aus dem inneren Nubiens auftauchenden schwarzhäutigen Kutschiten, die den Grundstein für die ägyptische Hochkultur gelegt haben.
An der Nordostküste Afrikas im Raum des heutigen Eritrea, Äthiopien und Kenya wird aufgrund von archäologischen Funden eine frühe afrikanische "Hochkultur" vermutet, die älter ist als die Ägyptische und womöglich auch älter als die Babylonische. Relativ gut erhaltene Knochereste von Menschengruppen wurden unter einer mehrere Meter tiefen Ascheschicht auf zirka 2,5 Millionen Jahre vor unserer Zeitrechnung datiert. Was unter dieser Ascheschicht noch verborgen liegt und aufgrund der Abschottung gegenüber Luft und Feuchtigkeit noch erhalten ist, gibt Raum für sowohl realistische als auch gewagte Spekulationen. Als das weltweit berühmte Skelett der "Lucy" gefunden wurde, kamem erneut die Streigespräche auf, dass Adam aus Afrika gekommen sei. Rezentere Grabungen in Ägypten in Kerma, zirka 500 Km von Khartoum entfernt, legten die legendäre ägyptische Hauptstadt Kusch frei. Kurz abgeebt, entbrannten die Diskussion um den schwarzen Adam wieder, als aus Historiker- und Archäologenkreisen verlautete, die Geschichtsschreiber der Antike hätten "schwarze Pharaonen" aus den Annalen der ägyptischen Geschichte getilgt. Vor 2600 Jahren unternahm Pharao Psammetich II. einen Präventivschlag gegen die aus Nubien einrückende Armee des Kuschitenkönigs Aspelta. Aspelta, offenbar ein erbitterter Gegner des amtierenden Psammetich II. und ehemaliger schwarzhäutiger Pharao, sollte mitsamt Seinesgleichen aus der Geschichte des seinerzeit mächtigsten Reiches der Erde verbannt werden. Hatte man den skytischen Invasoren und Immigranten noch die rassische Infiltration via Vermählung gestattet - zumal die Skythen neues Wissen einbrachten - so konnte es nicht sein, dass die Dynastien der Pharaonen durch die geschichtliche Präsenz von niederen Wesen aus der Sandwüste beschmutzt würde. Psammetich ließ alle schriftlichen HInweise, alle Insignien und Symbole zusammen mit Aspeltas Tempel vernichten und vorsorglich vergraben. Er löschte damit auf radikale Weise die Erinnerung an fast 110 Jahre Kutschitischer Herrschaft, die von 750-660 v.u.Z. gedauert hatte. Insgesamt sechs schwarze Pharaonen - von Tharka bis Aspelta, hatten in der damaligen Hauptstadt Kusch (bei Kerma) den Thron besetzt. Der Streit zwischen den beiden Ethnien war aber schon von längerer Tradition. Aus Keramikfunden konnten die Forscher auf eine mehr als 3000jährige Kultur der Kutschiten (oder ihrer Vorgänger) schließen und somit die Hypothese aufstellen, dass das jahrtausendelang mächtigste Reich der Erde, Ägypten, wahrscheinlich von Afrikanern gegründet worden war. Spekuliert wird auch darüber, ob der ägyptische Hauptgott Amun, nicht ein verschlimmbessertes Duplikat einer alten vergessenen Kutschitengottheit sei, zumal er sich der Legende nach ins Nubierreich begab, um dort auf dem "Reinen Berg" (Gebel Barkal) die Gestalt eines Widders anzunehmen, der als Symbol ebenfalls in der nubischen Mythologie enthalten ist. Wie dem auch wirklich und exakt gewesen sei, die Vorstellung von einer "kulturarmen" Vergangenheit Afrikas sollte unbedingt neu überdacht werden. Yoruba und Bantu Wer sich über Afrika informieren will, beginnt in der Regel mit den Begriffen Yoruba und Bantu, diese beiden Begriffe stehen einerseits für zwei Sprachen und andrerseits für zwei Hauptstämme afrikanicher Ureinwohner. Das Volk der Yoruba-Sprachgruppe lebte im Westen Afrikas im Raum Niger-Kongo bis nahe an die Grenze zum heutigen Guinea-Bissao und Senegal und vielleicht noch darüber hinaus. Die Bantu-Sprachgruppe ihrerseits bevölkerte weite Bereiche mittel- und südöstlich. Beide Sprachgruppen und vorwiegend die Yoruba lebten schon zu Zeiten unseres Mittelalters, also um 1000. n.u.Z herum in Städten, von denen einige mehr als 100.000 Menschen beherbergten. Diese historisch-archäologischen Fakten setzen eine Gesellschaftstruktur und sowohl praktisches als auch geistiges Wissen voraus; eine Kultur, die jener der Kelten und Germanen mindestens ebenbürtig war und auch mindestens so alt, wie wir mittlerweile aus den Funden in Ägypten wissen.
Afrika blieb, obwohl die Phoeniker es schon um 600 v.u.Z. (zur Zeit des Pharao Necho) nachweislich auf dem Seeweg (in zirka 3 Jahren) umrundet hatten, und nachdem der Karthager Hanno 200 Jahre später über die Säulen des Herakles hinunter bis Senegal (vielleicht bis Kameroun) gesegelt war, weithin unbekanntes Land. Nubien, der alte Name für das, was die Ägyper, die Assyrer und Babylonier von Afrika kannten, war wohl ein Begriff, hatte aber keine Substanz. Wohl wusste man um die Wüsten und die verstreuten Oasen, wohl kannte man die Karawanenstraßen und einige Stämme dort lebender Hirten und Nomaden, man hatte gegen die Nubier erbitterte Kriege geführt, man hatte sie versklavt,... was sich allerdings hinter den Wüsten befand, konnte man nur erahnen. Entsprechend waren auch die Spekulationen, von denen sich manche als kulturell überkommene Vorurteile bis heute erhalten haben. Von der Form dieses Landes, von seiner Größe und von den dort lebenden Menschen hatte man bis ins Spätmittelalter nicht die geringste Vorstellung. Das Afrika südlich Nubiens entwickelte sich dementsprechend unbeeinflusst von den übrigen Kulturen, des Nahen und ferneren Ostens, wurde aber zweifellos durch Wanderungen und überregionalen Handel mit kulturell höher entwickelten Ethnien wie beispielsweise den Nubiern oder Kutschiten beeinflusst. Erst durch den quasi globalen Sklavenhandel, (der zwar schon zu Ramses Zeiten existierte) ungefähr ab dem 14. Jh. begann Europa und die östliche Welt näher Kenntnis zu nehmen von jener meist angsteinflössenden dunkelhäutigen Rasse. Mit der Instaurierung einesr marinen Handesplattform auf dem kapverdischen Archipel im 15. Jh., begannen die Massentransporte nach Übersee, dem heutigen "Outre France", Süd- Mittel- und Nordamerika. Mit den Sklaven ex- und importierten die Händler auch die Spiritualität, den Glauben und die Kultur der Afrikaner, insbesondere jene Varianten, welche in den Stämmen entlang der Westküste Afrikas daheim waren, denn tiefer als einige hundert Kilometer traute man sich seinerzeit noch nicht in den Busch hinein.
Afrikanische Gnosis Ähnlich wie die alten Völker(?) Europas, wie die Kelten und Germanen ihren Druiden und Goden vertrauten, praktizierten die Afrikaner den Glauben an ihre Babalwou(Schamanen, Medizinmänner), als Vermittler zwischen dem Volk und den Gottheiten und Geistern. Weil das unbekanntere Afrika so zusagen ein kulturelles Hinterland darstellte und von einer massiven Christianisierung noch keine Rede war, lebten die Einwohner ihre Religion quasi unbehelligt und bedeutend länger als die Europäer, quasi bis in die heutige Zeit hinein. Den ursprünglichen afrikanischen Schamanismus auch als (idealistisch ausgerichtete) Philosophie zu bezeichnen, ist keineswegs abwegig, denn wenn wir unsere Evolution in Sachen "Philosophie" zurückblättern, kommen wir zwangsläufig auch in jenen Zeiten an, in denen kein geschriebenes, sondern das gesprochene Wort des Schamanen galt und zugleich Religion und Philosophie war.
Die Ur-Gnosis war beispielsweise für unsere abendländischen Religionen eine der ersten Formeln, die einen mystisch-philosophischen Charakter hatte, und etliche Jahrhunderte vor der Zeit der griechischen Philosophen von den Magusch der zoroastrischen Religion schon ansatzweise propagiert und möglicherweise von den Manichäern nach China ausgebreitet wurde, oder aber von China und Indien aus kommend, Einflüsse aufgenommen hat. Die "Gnosis" der Afrikaner, so drollig das auch anmuten mag, weil vom Nahen Osten und von Europa her offenbar keinerlei Kontakte zum "dunklen Kontinent" bestanden, zeigt sich in ihrem Aufbau ähnlich jener, die im persischen Raum etwa zwischen 1000 und 600 v.u.Z auftauchte: mit dem Unterschied, dass sie in Afrika zu der Zeit wahrscheinlich schon mehr als tausend Jahre als Religion praktiziert wurde.
Böse und schreckliche Zauberkunst

Symbol (Veve) des Loa Baron Samedi Der Vodu-Glaube, wahrscheinlich ein Kult der Yoruba-Weltanschuung (Woodoo, Voodoo, Vodou, Vodoun, Wudu ...) war in seinem ursprünglichen Sinn eine schamanisch ausgerichtete spirituelle, hauptsächlich rituell praktizierte Weltbetrachtung, die sich - in großen Zügen umrissen - im ganzen damals bewohnten und von der restlichen Welt unbemerkten Afrika ziemlich gleich strukturiert und kultisch ähnlich praktiziert entwickelte. Da es, wie bei den Kelten und den östlichen Schamanen keinerlei schriftliche Aufzeichnungen gab (weil die Bewohner des inneren Kontinents zu einem großen Teil schriftlos waren) und diverse Kultgegenstände nur einen vagen Eindruck dessen vermitteln, was Voodoo(Vodu) bedeutet, muss man sich auf die ersten Berichte von Entdeckern, Sklavenhändlern und Missionsgesandten verlassen. Etliche Versuche den Vodu-Kult, seine Regeln, sein Pantheon und die Rituale schriftlich zu kanonisieren, scheiterten an der Idee. Es gibt in der Vodu-Traditon wie in der keltischen nur wenige Anhaltspunkte, geschweige denn noch lebende und wenn, kaum willige Ansprechpartner, die über ein profundes Wissen verfügen und die Auskunft hätten geben können oder wollen. Davon ausgehend sind den heutigen, weißen europäischen Nachahmern, Gurus und Trittbrettfahrern (ähnlich wie in der europäischen Druiden und Schamanenszene) in ihrer märchenhaften und selbstgefälligen Interpretation keine Grenzen gesetzt. Alles ist denkbar und nichts unmöglich: der "weisse Vodu", kaum dass er "geboren" war, verkümmerte sogleich zu einem pseudo-exotischen Karnevalsritual, zur "bunten und bösen Magie" einiger weißer Babalwou-Imitatoren von eigenen Gnaden. Die Grundidee des Vodu, bzw. des Kultes der Yoruba-Religion blieb bei seinen angestammten Gläubigen jedoch erhalten und vermischte sich durch den Menschenexport mit Aspekten des Christentums und den, der in den neuen Heimatländern vorgefundenen einheimischen Religionen/Kulte. Betrachtet man den Vodu heute und ungeachtet der pejorativen, literarischen, filmischen Verballhornungen unserer Zeit, ähnelt er in seiner Entwicklung durchaus jener geistig-religiösen, die quasi alle Völker nördlich des Equators durchmachten und reiht sich fast nahtlos in die Reihe der so genannten "heidnischen Glaubensrichtungen" ein.
Vodu meint sinngemäß "dienen, den Geistern dienen". Es ist ein Begriff für eine geistige Strömung, die – wie schon gesagt, in regionalen Abweichungen – praktisch den ganzen afrikanischen Kontinent, südlich des Sahel umfasste und prinzipiell durch die Babalwou zelebriert wurde. Erst nach der Sklavenära wurde er von den Weißen - nicht wie vielerorts angenommen von den schwarzen Gläubigen - je nach den inzwischen deformierten Aspekten und neuen Einflüssen in diverse "Richtungen" definiert, beziehungsweise schubladisiert - Candomblé, Macumba, Santería, Umbanda und etliche andere, die auf Kuba, Jamaika, Haiti, Guadelupe (kurz auf all den Inseln, die von der damaligen Handelsflotte der Portugiesen, Franzosen, Holländern und Briten angefahren, mit Sklaven kolonisiert wurden) und den US-Staaten Louisiana und Florida eine neue Heimat fanden und konsequenterweise auch in verschiedene Richtungen evoluierten. Eine der Besonderheiten des Sklavenexports und des ausserafrikanischen Vodus, sind die, mit ihm zeitgleich entstandenen Mischsprachen des Kreol und die überall beibehaltene Tradition des Batuka-Tanzes, welcher, wie die Religion, auch seine regionalen Mutationen durchmachte.
Afrikanische Shambala Während die Ethnie der Yoruba, bzw. die Sprache Yoruba recherchiert und größtenteils, soweit möglich, erfasst wurden, blieb ihr Ursprung, wie bei allen anderen Religionen auch weiterhin Mythos und esoterische Spekulation, die schlussendlich in einem heilloses Durcheinander von Halbwahrheiten, weitergreichten Vermutungen und pseudo-mythischen Phantasiekonstrukten kummulierten. Den Ursprung des Vodu zu finden, wird wohl auch Spekulation bleiben. Man vermutet freilich seine Wurzeln in Kern einer alten afrikanichen, dominanteren Gesellschaft(Stamm, Clan) am Rand der westafrikanischen Küste, in der Region der heutigen Obervolta. Dort hätten Stämme gelebt, denen eine hohe "geistige" Kapazität nachgesagt wird. (vielleicht vergleichbar den legendären Wächtern der Shambla im oder um den Altai) und die man möglicherweise als Priesterkaste identifizieren könnte. Sie hatten offenbar schon eine eigene Art "Gnosis" entwickelt, nach deren Gesetzmäßigkeiten sie ihre Kulte und ihren Alltag ausrichteten und lehrten. Möglicherweise waren auch dort das Säkulare und das Sakrale untrennbar ineinander verbunden, ein Aspekt, den der Vodu noch heute vertritt, denn das alltägliche Leben wird nur durch die erbetene HIlfe der Geister bewältigt, die nach überlieferter Art noch heute in Gebäuden oder im Freien von den lokalen Schamanen angerufen werden. In den "Gotteshäusern(Sanktuarien)" sieht man dann auch allenthalben Altäre, auf denen Gaben liegen, die die Vermischung des Vodu mit u.a. dem Christianismus eindeutig beweisen. Der Vodu selbst fußt auf Erzählungen und Legenden ihrer Orise oder Orishas: Geschichten von vermenschlichten Gottheiten und Göttergeschlechtern, von vergöttlichten Verstorbenen, von toten Seelen und auf dem Schöpfer Olorun mit diversen Eigenschaften, Aspekten und Hintergrundlegenden. Die "Gnosis" der Afrikaner geht ähnlich wie die persische Gnosis von einer untrennbaren, in sich wechselwirkenden Kosmologie aus und entspricht auch in etwa ihrem internen Aufbau. Ein scheinbarer Widerspruch zur Gnosis ergibt sich aus der Maxime des Vodu, dass der Gläubige seine Götter beleben müsse, durch Rituale und Gebete, anderenfalls die Götter und Geister sich bei Nichtbeachtung entkräften und zu inhalt- und sinnlosen Idolen verkümmern würden. Dreht man diese Maxime ein wenig, entpricht sie sinngemäß durchaus jener der Gnosis, in der der Mensch aktiv an seiner Erlösung arbeiten muß um den unsichtbaren All-Gott zwecks Erlösung des Menschen "wirksam": sprich, wohlwollend zu erhalten.
Während die Gnosis Polaritäten festlegt und den Dualismus propagiert, zeichnet sich die Vodu-Weltsicht dadurch aus, dass die Polarität oder der wertende Dualismus offenbar ganz fehlt. Es gibt (oder gab) anfänglich (in der Schöpfungsgeschichte) nur die universelle Lebensenergie und eine geschlechtslose Gottheit (die ewig da war, nirgendwo herkommt und nirgendwo hingeht) die ihrer Definition entsprechend weder strafte noch lobte (kein Dualismus). Die Vielgötterei und die Helfergeister sollen sich erst später durch Erschaffung von so genannten Zwischenwelten (wie im Christentum die Engelssphären) entwickelt haben, über denen aber Olorun als Hauptdivinität erhaben blieb, sich jedoch zu Gunsten der Geister weiter vom Gläubigen entfernte. Die Geister ihrerseits - möglicherweise weil sie unter veränderten kulturellen Voraussetzungen eingeführt wurden - sind eindeutig bipolar, die guten und bösen Geister, wobei beide "Arten" wiederum gleichermaßen verehrt und bedient werden.
Entgegen allen Verbrämungen und zwangsläufig irreführenden Schilderungen des "populären" Vodus, war die ursprüngliche Weltanschauung der Yoruba, bzw. des Vodu (die philosophische Sicht des Menschen im kosmologischen Zusammenwirken) nicht sehr weit entfernt von dem, was unsere okzidentale relligiöse Entwicklung ausmachte. Während die Kelten dem Eber, dem Hirsch oder dem Pferd huldigten, widmeten die Voduanhänger ihre Aufmerksamkeit u.a. den Schlangen, denen allerdings dort eine andere und weniger päjorative Rolle zukommt als in der biblischen Genesis.
Moderne und Opfer
Der Afrikaner von heute ist gewiss nicht mehr der Steppenläufer oder Jäger oder der vermeintliche Allroundkannibale. Sie fressen keine Kinder und opfern sie auch nicht, denn Kinder sind der einzige Reichtum den die durchschnitliche afrikanische Familie zwangsläufig aufweisen kann. Auch unsere Vorfahren zeichneten sich durch den Menschenkopfkult und die Menschenopfer aus, dass sie aber allesamt Kannibalen gewesen wären (oder noch sind) ist mittlerweile eindeutig widerlegt. Ziegen und Hühner werden sowohl in Afrika als auch in den Überseekulten noch allenthalben geopfert, mitunter wohl auch noch als letzte Warnung oder Todesdrohung vor die Tür gelegt oder an die Tür genagelt. Die Rituale, insbesondere in Übersee haben sich, abgesehen von regionalen Mutationen, bis auf modernere Details und Accessoires nicht weiter verändert und werden mit Inbrunst und nicht selten bis zur totalen Erschöpfung zelebriert, wobei dem Alkohol und den hausgemachten Drogensubstanzen mitunter üppig zugesprochen wird.  Voodoo Zeremonie in Jacmel/Haiti 2002 Der "popularisierte" Vodu, wie wir ihn heute erleben, bzw. dargestellt bekommen, ist ein jämmerlich verunstaltetes Bild dessen, was er noch wirklich ist. Vodu heute ist zwangsläufig noch immer eine Religion, aber weitgehendst ein Kult der Armen, der Ausgebeuteten, bzw. noch immer der "einstigen und jetzigen" Sklaven. Daran ändert auch die "moderne", marketinggerecht aufgemotzte und touristisch herausgeputze Vodu-Folklore, die gängige Thrillereliteratur und diverse Hollywoodprodukte nichts. Dort wo der Vodu gelebt wird, ist er das Leben, auch wenn mitten in einer Festlichkeit hier oder dort das eindringliche Quieken eines Handys erklingt.
Vodu lebt, wenn auch in zeit-angepasster Form weiter. Seine Babalwou beschwören noch immer die Loas und guten und bösen Geister. Flüche werden heute auch ausgesandt, über Handy angefragt oder per Email versendet. Vodu ist modern geworden. Fast schon turnusmäßig bereist der afrikaniche "Heiler" , mindestens einer europäischen Sprache kundig (die er vielleicht auf der Sorbonne oder in Heidelberg gelernt hat) seine Frauen, die verstreut in Europa, in der Regel in Putzkolonnen arbeiten, benutzt ihre Wohnungen als Zeitunterkunft, lässt sich von ihnen beköstigen und macht Hausbesuche bei magiebedürftigen Immigrantenfamilien - gegen Bares und gegen Verpflichtungen, die dann irgendwann bei Bedarf eingefordert werden. Obwohl diese "Wanderbabalwous" uns eher wie ausbeuterische und selbstgefällige Machos vorkommen, so handeln sie nichtsdestoweniger nach ihren alten Prinzipien, nach denen - mit zwei oder drei Ausnahmeregionen - seit jeher das Patriarchat dominierte. Unter ihnen befinden sich durchaus redliche, oft sogar studierte junge Männer, an unsere Gepflogenheiten angepasste Schamanen, die ihren Landsleuten im fernen Europa die Medizin zukommen lassen, die in unseren Breiten nicht erhältlich ist und wenn, dann kaum von den KK rückvergütet wird. Vodu lebt, hat aber mit "böser" Magie und "Todesflüchen" genau so viel, oder genau so wenig zu tun wie die in unseren Breiten geglaubte Magie. Fern
Bilder: Fern und Wikicommons |