Esoterik ist in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs die Lehre oder Wissenschaft des Geheimen, womit alles nicht-sinnlich Erfassbare und nicht-physikalisch Erklärbare bezeichnet wurde - alles, was man nicht riechen, schmecken, spüren, hören, sehen, wiegen und messen kann. (Peuckert) Heute ist „Esoterik“ zumeist ein Sammelbegriff für ein breites Spektrum verschiedenartiger Weltanschauungen und Interpretationen des Universellen, seiner Kräfte und seines Einflusses, welche die spirituelle Entwicklung des Individuums betonen sollen, jedoch durch keine organisierte Religion oder religiöse Konfession im engeren Sinn als Glaube vertreten werden. in einigen Fällen könnte man dieser oder jener esoterischen Richtung unter Umständen Sektencharakter zusprechen. Auch das neue Heidentum darf als esoterische Weltanschauung gesehen werden. Esoterik, oder auch Okkultismus bezeichnet prinzipiell eine für einen begrenzten inneren (esoterischen) Personenkreis bestimmte okkulte, ergo verborgene und geheim gehaltene, philosophisch-spirituelle Lehre. Sie bezieht sich auf einen inneren, spirituellen Erkenntnisweg, etwa entsprechend der Mystik diverser Geheimgesellschaften, oder auf ein „höheres“, „absolutes“ Wissen, das entweder von einem geistigen (oder andersweltlichen) Wesen oder einer ähnlich gedachten Macht vorgegeben, bzw. vermittelt wird . Daneben wird der Begriff in freier Weise für ein breites Spektrum verschiedenartiger spiritueller(spiritistischer) und okkulter Lehren und Praktiken gebraucht. Exoterik bedeutet im Gegensatz zur Esoterik das öffentlich zugängliche (exoterische) Wissen. Das Adjektiv esoterisch ist möglicherweise griechischen Ursprungs, jedenfalls läßt es sich auf Dokumenten bis in die Antike zurückverfolgen. Der älteste Nachweis findet sich in einer Satire des Lukian von Samosata im 2. Jahrhundert n.u.Z. wo sich esoterisch und exoterisch auf zwei Aspekte der Lehren des Aristoteles beziehen (von innen bzw. von außen betrachtet). Bei Clemens von Alexandria taucht in diesem Zusammenhang erstmals das Motiv der Geheimhaltung auf. In einer anderen Bedeutung bezieht sich esoterisch auf einen inneren (spirituellen) Erkenntnisweg im Sinne der Philosophie Platons und der Mystik. Bis heute werden diese Begriffe von vielen Autoren in dem einen oder anderen Sinn und Zusammenhang gebraucht. Im Englischen tritt es erstmals 1687 in einer History of Philosophy auf, im Französischen 1752 in einem Lexikon. Das Alte Testament der Bibel und noch heute der Katechismus der Katholischen Kirche verurteilen u.a. die Magie - eine der Grunddisziplinen der Esoterik - sehr scharf als Aberglaube und verbieten sie, was aber über Jahrhunderte hinweg nicht wenige der Initiatoren dieses Dekrets davon abhielt, sowohl die weiße und schwarze Magie zu praktizieren. Im Rahmen des noch unkohärenten, frühen Christentums entwickelten sich zahlreiche interne (dogmatische) Konflikte, die zu Ablehnung und Ausgrenzung vieler so genannter gnostischer Gruppierungen aus der damals institutionell noch kaum gefestigten Kirche führten. Solche abgespalteten oder ausgegrenzten Weltsichten stellten vom christlich-kirchlichen Dogma abweichende Lehren dar und ihre Erkenntnis-Ansprüche werden bis heute als esoterisch und nicht glaubenskonform bezeichnet. Bis heute stellt sich die offizielle Lehre der christlichen Hauptströmungen (Orthodoxie, Katholizismus, Protestantismus) klar gegen jede Form u.a. der Wahrsagerei, der Zauberei und der Magie: __________ Auszug aus dem Katechismus der Katholischen Kirche mit Bezug auf das dritte mosaische Gebot: III „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben“2110 Das erste Gebot verbietet, neben dem einen Herrn, der sich seinem Volk offenbart hat, noch andere Götter zu verehren. Es untersagt Aberglauben und Unglauben. Der Aberglaube ist gewissermaßen ein abartiges Zuviel an Religiosität, der Unglaube ein Zuwenig, ein der Tugend der Gottesverehrung widersprechendes Laster. Aberglaube 2111 Der Aberglaube ist eine Entgleisung des religiösen Empfindens und der Handlungen, zu denen es verpflichtet. Er kann sich auch in die Verehrung einschleichen, die wir dem wahren Gott erweisen. So wenn z. B. bestimmten, im übrigen berechtigten oder notwendigen Handlungen eine magische Bedeutung beigemessen wird. Wer die Wirksamkeit von Gebeten oder von sakramentalen Zeichen dem bloß äußerlichen Verrichten zuschreibt und dabei von den inneren Haltungen, die sie erfordern, absieht, verfällt dem Aberglaube [Vgl. Mt 23,16-22]. Götzendienst 2112 Das erste Gebot verurteilt die Vielgötterei. Es verlangt vom Menschen, nur an Gott, nicht an andere Götter zu glauben und außer dem einen Gott keine anderen Gottheiten zu verehren. Die Schrift mahnt beständig zur Zurückweisung der Götzen. Diese „sind nur Silber und Gold, ein Machwerk von Menschenhand. Sie haben einen Mund und reden nicht, Augen und sehen nicht.“ Diese kraftlosen Götzen machen kraftlos: „Die sie gemacht haben, sollen ihrem Machwerk gleichen, alle, die den Götzen vertrauen“ (Ps 115,4_5.8) [Vgl. Jes 44,9-10; Jer 10,1-16; Dtn 14,1-30: Bar 6; Weish 13,1-15,19]. Gott hingegen ist der „lebendige Gott“ (z. B. Jos 3,10 und Ps 42,3), der Leben schafft und in die Geschichte eingreift. 2113 Götzendienst kommt nicht nur in den falschen Kulten des Heidentums vor. Er bleibt auch für den Glauben eine beständige Versuchung. Es ist Götzendienst, wenn der Mensch anstelle Gottes etwas Geschaffenes ehrt und verehrt, ob es sich nun um Götter oder Dämonen (z. B. im Satanismus) oder um Macht, Vergnügen, Rasse, Ahnen, Staat, Geld oder ähnliches handelt. „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“, sagt Jesus (Mt 6,24). Zahlreiche Märtyrer starben, weil sie „das Tier“ nicht anbeteten [Vgl. Offb 13-14]; sie weigerten sich sogar, es auch nur zum Schein zu verehren. Götzendienst läßt Gott nicht als den einzigen Herrn gelten; er schließt also von der Gemeinschaft mit Gott aus [Vgl. Gal 5,20; Eph 5,5]. 2114 In der Anbetung des einzigen Gottes wird das menschliche Leben zu einer Einheit. Das Gebot, den einen Herrn allein anzubeten, macht den Menschen einfach und rettet ihn vor unendlicher Zersplitterung. Der Götzendienst ist eine Perversion des dem Menschen angeborenen religiösen Empfindens. Den Götzen dient, „wer seinen unzerstörbaren Sinn für Gott auf etwas anderes als auf Gott richtet“ (Origenes, Cels. 2,40). Wahrsagerei und Magie2115 Gott kann seinen Propheten und anderen Heiligen die Zukunft offenbaren. Die christliche Haltung besteht jedoch darin, die Zukunft vertrauensvoll der Vorsehung anheim zu stellen und sich jeglicher ungesunder Neugier zu enthalten. Wer es an notwendiger Voraussicht fehlen lässt, handelt verantwortungslos.2116 Sämtliche Formen der Wahrsagerei sind zu verwerfen: Indienstnahme von Satan und Dämonen, Totenbeschwörung oder andere Handlungen, von denen man zu Unrecht annimmt, sie könnten die Zukunft „entschleiern“ [Vgl. Dtn 18,10; Jer 29,8.]. Hinter Horoskopen, Astrologie, Handlesen, Deuten von Vorzeichen und Orakeln, Hellseherei und dem Befragen eines Mediums verbirgt sich der Wille zur Macht über die Zeit, die Geschichte und letztlich über die Menschen, sowie der Wunsch, sich die geheimen Mächte geneigt zu machen. Dies widerspricht der mit liebender Ehrfurcht erfüllten Hochachtung, die wir allein Gott schulden. 2117 Sämtliche Praktiken der Magie und Zauberei, mit denen man sich geheime Mächte untertan machen will, um sie in seinen Dienst zu stellen und eine übernatürliche Macht über andere zu gewinnen - sei es auch, um ihnen Gesundheit zu verschaffen -‚ verstoßen schwer gegen die Tugend der Gottesverehrung. Solche Handlungen sind erst recht zu verurteilen, wenn sie von der Absicht begleitet sind, anderen zu schaden, oder wenn sie versuchen, Dämonen in Anspruch zu nehmen. Auch das Tragen von Amuletten ist verwerflich. Spiritismus ist oft mit Wahrsagerei oder Magie verbunden. Darum warnt die Kirche die Gläubigen davor. Die Anwendung so genannter natürlicher Heilkräfte rechtfertigt weder die Anrufung böser Mächte noch die Ausbeutung der Gutgläubigkeit anderer.(...) __________ In der Evangelischen Glaubensgemeinschaft heißt es, dass die Kirchen die Esoterik ablehnen, weil damit okkulte Praktiken, Spiritismus, UFO-Glaube und ähnliches verbunden sind. Im Zuge der Hippiebewegung ab den Sechzigern des vorigen Jahrhunderts war Jesus wieder „in“ und gleichzeitig verbreitete sich ein „esoterisches Gefühl“. In den Siebzigern begann die Esoterik schon zum modischen Trend zu werden. Das Marketing entdeckte sie und die Esoterik artete infolge zum Konsumartikel aus und wurde zu einem regelrechten Trend, in dem teils widersprüchliche, teils verballhornte spirituelle Traditionen, die über Jahrtausende in unterschiedlichen Kulturen der Welt entstanden waren, zur Konsumware reduziert wurden. Sie wurden Bestandteil des Lifestyles auf Kosten der ehemaligen spirituellen Inhalte. Dass im Strom der New-Agewelle auch altertümliche Traditionen marktgerecht zurechtgestutzt und andere quasi erfunden wurden, ist selbstredend. Die Magie, die Astrologie, die Kabbala, die Gnosis und das Druidentum, das Heidentum und der Schamanismus wurden quasi neu erfunden und werden unter anderem auf den Tastaturen der Computer auf einschlägigen Foren und Homepages unermüdlich diskutiert und vergewaltigt. Die philosophischen und religiösen Inhalte der zahlreichen esoterischen Richtungen unterscheiden sich qualitativ nicht von denen der „akkreditierten“ Kirchen, sie überbieten sie allenfalls noch an Märchenhaftigkeit. Mit Transzendenz kann man alles erklären, sogar das Unerklärliche, bzw. das, was so gerne in dem Satz symbolisiert wird, der da heißt: „Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir uns nicht einmal vorstellen können“. Vor einigen hundert Jahren konnte man sich auch noch nicht vorstellen, dass die Erde keine Scheibe sei, bzw. dass sich die Sonne nicht um die Erde drehen würde ... Fern
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