ANTIQUA Online Magazin

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Mystik


 

 

Wenn wir von Mystik reden oder uns damit beschäftigen, bewegen wir uns auf spekulativem Grund. Warum ? Weil wir es mit transzendenten Dingen und Themen zu tun haben. Das heißt, dass wir die Grenzen der sinnlich wahrnehmbaren, rational erklärbaren, und kausal nachvollziehbaren Welt ,bzw. Wirklichkeit überschreiten müssen, weil wir die „transzendentalen Dinge“ mit rationalem und logischem Denken und ebenso mit unseren Sinnen nicht mehr erfassen können. Wir können sie uns lediglich in unserer Phantasie und entsprechend unserer individuellen Vorstellungsgabe, unserer persönlichen perspektivischen Sicht- und Denkweise spekulativ ausmalen und darstellen.

Ob wir in ein paar Jahrzehnten oder Jahrhunderten durch ein möglicherweise weiter entwickeltes aperspektivisches Schauen mehr „sehen“ und erfahren können, hängt letzten Endes davon ab, welche Konsequenzen und Lehren wir aus unserem gegenwärtigen Bewusstseinsstand ziehen.

Bei den mystischen Spekulationen handelt es sich in der Regel und sinngemäß um „Welt-Schauungen“ , um Weltbetrachtungen samt den von uns hinein projizierten Ansichten und Vorstellungen, die wir im Ganzen als eine Lehre vom Übersinnlichen, vom Verborgenen, nicht jedermann Zugänglichen bezeichnen, und die man früher in der Regel als Geheimwissen oder Geheimlehren weiterreichte.

Die alten Bezeichnungen „Geheimwissen und Geheimlehren“ sind heute nicht mehr zutreffend, weil sie als Begriffe nicht mehr stimmen. Sie stammen aus vergangenen Epochen und Zeitaltern und entsprechen allenfalls noch von ihrem überlieferten Charakter des „Verborgenen“ her dem Begriff  “Geheim“.

Wer sich heutzutage über Geheimwissen, Geheimlehren oder ihre Träger, die Geheimgesellschaften informieren möchte, dem steht eine große Auswahl an Literatur zur Verfügung ... und er hat die Qual der Wahl, denn das Finden wirklich guter und möglichst objektiver Information wird durch die Fülle von trend-orientierten und meist sehr trivialen Literaturprodukten zusätzlich erschwert. Von diversen einschlägigen Internetseiten wollen wir gar nicht reden.

Obwohl die Magie als ältestes Geheimwissen  und die Astrologie als älteste Weltbetrachtung gelten, steht die altpersische Gnosis (obwohl erst später entwickelt) seit den ersten Jahrhunderten des Christentums als quasi wegweisende Weltanschauung heute noch immer hinter ihnen.

Aus der frühen natur-orientierten, unilateralen (eindimensionalen) Magie und ihren Entsprechungen und in der sich anschließend herauskristallisierenden „Schau der Sterne“, erdachten, bzw. erhofften sich die damaligen Menschen ein, ihrem damaligen eindimensionalen und im Spätmittelalter ihren zweidimensionalen Erkennen und Denken entsprechendes Schöpfungsgerüst.

Religiosität und das Bedürfnis des Welt-anschauens sind a priori „im Menschen“ und können infolge sowohl seelisch als auch kulturell noch beeinflusst werden. Religion hingegen ist nicht a priori, sondern wird sozial und kulturell anerzogen oder indoktriniert und ist in Bezug auf ihre „Richtigkeit“ nicht beweisbar. Es gibt keine zwingenden Beweise/Nachweise und Argumente für ein numinoses Erleben, für Gott, die Unendlichkeit, die Leere, das absolute Nichts oder sonst welche transzendentalen Dinge und Erlebnisse.Der Rationalismus hat versucht, diese „Begriffe“ zu fassen und zu erklären, klammerte allerdings schon von vorneherein alles aus, was er „nicht wiegen, messen oder zählen konnte“ (W.E. Peukert) Um eine Weltanschauung „spüren“ und glauben zu können, wird man wohl oder übel den Wahrheits- und/oder Gültigkeitsschluss beiseite schieben und ignorieren müssen. „Es sind Versuche an einem untauglichen Objekt“ (W.E Peuckert).

Aus dem Manichäismus und der zoroastrischen Religion entwickelte sich die Gnosis als richtungweisende Geheimlehre vom Zusammenhang von allem, die Lehre vom Makrokosmos und dem in ihm und durch ihn wirkenden Mikrokosmos. Beide stellen die Einheit in ihrer Vielfalt, das Alles in Einem, sowie das Eine in Allem. Was in der null- bis eindimensionalen Zeit der Bewusstseinswerdung des Menschen noch sein magisch-mystisches Denken ausmachte (Totem, Tabu, Fetisch und Schamanismus, Götterwelten usw.) wurde unter der geordneten Schöpfungssicht in erste okkulte (esoterische) Regeln gepresst und entwickelte sich im Okzident zur kabbalistischen Magie, Astrologie, Alchimie und später zu dogmatischen Religionen oder okkulten Sophien (Weisheiten).

Die „Mystik“ umfasst alle transzendentalen Lehren und Richtungen, sie befasst sich zudem mit den Ursprüngen dieser Geheimwissen- und lehren und versucht ihre Entwicklung und ihre Zusammenhänge aufzuzeigen.

 

 

 

 

 

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