Sie sind immer öfter die Heinzelmännchen in unseren Nöten. Passenderweise tauchen sie meistens dann auf, wenn die seelischen Qualen am größten sind. Wenn die Probleme über den Kopf hinaus wachsen und man nicht mal mehr weiß, was man denken soll, dann sind sie da: unsere Rettungsanker, unsere Freunde. In guten wie in schlechten Zeiten teilt man Leid und Freud miteinander.
Was ist Freundschaft? Ein Bund fürs Leben oder doch eher eine Zweckgemeinschaft, die sich temporär zusammen findet, bei Bedarf, um sich dann wieder aufzulösen, wenn kein Bedarf mehr ist? Immer öfter hat Diese Einstellung nimmt anscheinend zu und immer öfter klingt „Freundschaft“ einem in den Ohren, wie ein Song aus an einem Autoradio, dass an einer Kreuzung an einem vorbeirauscht und man nicht lange in Erinnerung behält. Freundschaften, die ein Leben lang halten, verkommen in dieser Gesellschaft immer mehr zu einem utopischen Erscheinungsbild und gewinnen immer mehr an Seltenheitswert. Sie werden zu Raritäten und wenn man dann einmal die wahre Freundschaft gefunden hat, dann erkennt man den Schatz nicht und er landet in der Biotonne des Lebens.
Einmal im Mülleimer gelandet, kann man zerbrochene Freundschaften nur schwer recyclen. Die Freundschaft scheidet dahin, aus Mangel an Vertrauen oder anderen Gründen und man geht in der materialistischen Vielfalt des Lebens einfach hin und "kauft" eine neue Freundschaft ein, auch wenn sie wahrscheinlich nicht viel mehr an Echtheit haben wird, als die vorherige. Man braucht halt Freunde im Leben, auch wenn es nicht unbedingt die Richtigen sind. Hauptsache man muss nicht mit der eigenen Einsamkeit fertig werden, bzw. lernen, auch mal alleine durchs Leben zu schreiten.
An sich ist es einfacher, das eigene Leben in Gesellschaft zu bestreiten, als dass man es einmal alleine versuchen würde. Der Mensch, zum ewigen Herdentier verdammt, kann in zunehmendem Maß nichts mehr allein unternehmen, sondern muss gleich seine Artgenossen, die mehr oder minder interessiert scheinen, überall mitschleifen, in der Hoffnung, auch noch den geistigen Schund bei diesen bedauernswerten Geschöpfen abladen zu können. Ja, die Kumpels als Mülldeponie zu missbrauchen, kommt offenbar immer mehr in Mode und man vergisst schnell mal hier und dort ein „Danke“ fallen zu lassen. Man bedankt sich beim Müllcontainer vor der Haustür ja auch nicht dafür, dass er sich füllen lässt um schließlich von der örtlichen Müllabfuhr wieder entleert und der Inhalt entsorgt wird. Warum also sollte man das bei seinen Freunden nicht tun?
Ganz einfach: So steigen die Chancen, dass aus der ursprünglichen, „eingekauften“ Freundschaft für die Sonnentage des Lebens, auch eine Echte für die Regentage wird.
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