ANTIQUA Online Magazin

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Ruki sagt ...

 

 

 

 

Die lieben Neujahrsvorsätze  

Kaum hat man den Wahnsinn rund um Weihnachten überstanden, schon beginnt der Wahnsinn rund um das, was man sich für das neue Jahr fest vorgenommen hatte. War da nicht was wie: „Ich will aufhören zu rauchen“, oder auch „Ich würde gerne meine Pfunde purzeln lassen“?

 

Nachdem man sich um Weihnachten herum noch den eigenen Bauch zur Mästung frei gegeben hatte und den ganzen Alkoholexzessen rund um Sylvester, wird einem spätestens beim Bleigießen klar „Im neuen Jahre wird alles anders“.

 

Allerdings: genau so schnell, wie die meisten sich vornehmen etwas tun zu wollen, genau so schnell wird es anschließend in den ersten Januarwochen verworfen. Wollte man noch mehr Zeit mit dem Liebsten verbringen, so landet man doch all zu schnell im Alltagstrott und der Liebste liegt am  Feierabend pünktlich vor dem Fernsehen , "beglückt" Frau kurz danach mit einem abendlichen Quickie und schlummert danach friedlich ein. Ritual komplett.. Dahin sind sie, die guten Vorsätze des Mannes, genauso wie die der Ehefrau, die doch für die neue Corsage ihre Kilos reduzieren wollte und sich nun wie eine verunglückte und zu fett geratene Weihnachtsgans nach dem Quickie frustriert mit Süßkram voll stopft

 

Desillusioniert begibt man sich dann nach den Feiertagen wieder an den Job. Da wollte man noch - durch den Sylvestersuff hoch motiviert - dem Chef mal gründlich die Meinung geigen und sich konsequent einen neuen Job suchen, und schon ist man wieder der Hans Wurst vom Dienst, der Kaffee kochen und die Anrufe des Chefs entgegen nehmen darf, welcher mal wieder früher Feierabend gemacht hat als sonst. Plötzlich erscheint einem die Tatsache, dann doch lieber arbeitslos zu sein, durchaus einleuchtend und zudem lukrativ. Im Grunde bekommt man dann ja – verglichen mit den aktuellen Hungerlöhnen - nicht unbedingt weniger Geld pro Monat.

 

Der Vorrat an Nikotinkaugummis wird aufgebraucht, der Vorsatz, nicht mehr rauchen zu wollen, bleibt ein eiserner Vorsatz, denn plötzlich ertappt man sich, statt oder trotz einem Kaugummi im Mund oder einem Nikotinpflaster auf dem Arm, doch wieder mit einer Kippe zwischen den Lippen. Man stellt entsetzt fest, dass man doch noch zusätzlich dazu abnehmen wollte und kippt sich frustriert auch noch ein Bier hinterher. Da bricht man gleich im Vollrausch mehrere Vorsätze. Wenn schon, dann aber richtig!

 

Freute man sich am ersten und zweiten Weihnachtstag mehr oder weniger über die unnützen Geschenke, so werden sich spätestens ein paar Wochen später online versteigert oder falls ein Kassenbon noch da sein sollte, wieder umgetauscht. Dabei hatte man sich fest vorgenommen, diesmal  die Geschenke zu behalten, weil es halt nun mal Geschenke sind und Omas Fondue Set kann man sicherlich irgendwann mal gebrauchen, oder?

 

Eigentlich hätte man sich dieser absurde Ritual an Sylvester sparen können, denn sie ziehen dahin wie das Packeis auf der Elbe. Sie werden mit den Wellen des Alltags weggespült und sind genau so schnell über Board geworfen wie ein Schiffsanker.

 

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