
Ruki sagt ... |
Wo gibts denn hier ... Ursprünglich sollte dies ein Beitrag über die deutsche Esskultur werden, bis ich heute durch die Innenstadt gelaufen bin und mir die Frage stellen musste, ob es so etwas überhaupt noch gibt?
Schaut man nach links zu Beginn der Einkaufstraße, so findet man auch gleich schon das erste Schachtelrestaurant mit dem großen gelben M vorne drauf; nachmittags völlig überbevölkert mit Teenagern und japanischen Touristen, die gerade hungrig von ihrer ersten Wattwanderung zurück gekehrt sind und, um sich anschließend nicht mit Kohlrouladen den Bauch voll zu schlagen, ihn mit dem altbewährten Burgern füllen. Deren Fleisch – oder was auch immer - wird wahrscheinlich auch bald von unserer Lieblingsnervensäge Heidi Klum von Koberindern aus Japan verkaufsfördernd in der Werbung angepriesen werden. Schräg gegenüber dem gelben M kann man genau dasselbe Szenario erblicken, wo japanische Touristen und auch einige Großfamilien die roten Schriftzüge einer weiteren amerikanischen Fastfood-Filiale - God bless America! - dem gelben M vorziehen.
Geht man nun 100 Meter weiter , wird man durch einen überdimensionalen roten Fisch angezogen, der wohl nicht nur den Fußgänger signalisieren soll, wo man sich den nächsten Bremer oder die nächste „Fish and Chips Box“ kaufen kann, sondern einen auch gleich traumatisiert , weil schwächere Gemüter vielleicht Ängste gegenüber zu großen roten Fischen entwickeln. Übrigens eine sehr förderliche Verkaufsstrategie in norddeutschen Gefilden. Manchmal frag ich mich, ob man als Konsument die diversen Marketingabteilungen nicht verklagen sollte, weil man sich durch ihre Verkaufsstrategien nicht nur irritiert fühlt, sondern wohlmöglich beim Anblick so mancher Werbeslogans unter Umständen die Orientierung und auch das Augenlicht verlieren kann. Teilweise erinnert das ja schon an das Rotlichtmilieu der Hamburger Reeperbahn oder auch an den städtischen Jahrmarkt.
Nichts ahnend trottet dann unsereins, sehnsüchtig Ausschau haltend weiter an den Geschäften vorbei und hofft irgendwo doch noch Omas Reibekuchen finden zu können. Stattdessen begegnen einem französische Crèpes, belegte Baguettes und Bistros oder auch der nett lächelnde Japaner mit seiner Sushi-Bar. Mit Stäbchen zu Essen ist wahrscheinlich den meisten Deutschen geläufiger, ls dass sie in der Lage wären, eine typisch deutsche Lokalität ausfindig zu machen. Selbst wenn man meint, in einem deutschen Restaurant zu sitzen, bekommt man eine dreisprachige Karte zu den Speisen und Getränken gereicht, wovon dann wiederum mehr als die Hälfte aus dem Ausland stammt. Der Kaviar aus Russland, das Steak aus Argentinien oder doch lieber das Curryhuhn aus Indien. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist dann die eine oder andere Flasche Dornfelder aus der Pfalz, die man jedoch auch mittlerweile in thailändischen Restaurants gleichermaßen antreffen kann. Geläufiger sind da schon die Dönerbuden dieser Nation mit ihren Angeboten, die der Currywurst als der Deutschen beliebtestes Fastfoodp-Produkt den Rang abgelaufen haben, da sie wie Pilze aus dem Boden schießen. Auch der charmante italienische Pizzabäcker ist bei den allabendlichen Fressorgien nicht mehr wegzudenken.
Befindet sich die deutsche Esskultur also in großer Gefahr? Handelt es sich dabei um eine feindliche Übernahme von außen? Werden unsere Kinder und Enkelkinder nicht mehr wissen, was Kartoffelsalat mit Würstchen sind?
Bevor man darüber nachdenkt sich in die deutsche Assimilation zu begeben, kann man zu Hause auch einfach Spaghetti kochen und es als Bereicherung ansehen.
Deswegen sagt Ruki: „Croissants zum Frühstück, nachmittags Sushi und abends die obligatorische Stulle, schmecken gleichermaßen gut.“
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