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Ruki sagt ...

 

 

 

 

Vatertag

Es ist schon wieder Donnerstag! Aber nein, kein gewöhnlicher Donnerstag. Heute ist der Donnerstag aller Donnerstage , der Donnerstag, den die meisten Väter lieben und zugleich fürchten: Vatertag!

Alle Jahre ist es wieder so weit, dann wenn die Väter dieser Nation sich mit ihren Sohnemännern und Töchtern zusammenfinden , um sich in Kinos, in Fastfood-Buden, Vorgärten oder Spielplätzen zu tummeln und sich an ihren Vaterdasein berauschen - zum Leidwesen der Nachbarn und Mitmenschen, die sich stundenlanges Kindergeschrei ertragen müssen.

Irgendwie ist das ja süß, wenn sich der Papa mit geschwollener Brust und wissendem Blick an den Grill stellt, um Sohnemann die Handkniffe am neuesten super-duper Hightech-Grill erklärt und dabei den Anschein vermittelt, als hätte er den Büffel für das Steak auf dem Rost, in einem kräftemäßig ungleichen Kampf per Hand selbst erschlagen. Der Zwerg neben ihm aber langweilt sich zu Tode. Vielleicht hätte Daddy lieber die neueste Spielkonsole zusammen mit Sohn ausprobieren sollen, statt das Kind in irgendwelche Wälder zu schleifen, um wie old Schatterhand zu campen und es mit unwichtigem Grünzeugnamen zu bombardieren.

An dieser Stelle, mein herzliches Beileid an alle Mütter. Während Mann sich ausnahmsweise mal einen Tag alleine der Kindserziehung widmet und Fritzchen den neuen Wohnzimmerteppich mit Wasserfarben bekleckern, weil er mit Papy´s Erlaubnis die Wände neu streichen darf, überlegt sich Mutti, wie sie sich am nächsten Tag bei ihrem Mann dafür rächen kann. Wirksam ist immer die Rache beim Sex. Besonders diese kann bekanntlich (für die Frau) sehr süß sein und der arme Mann kann einem da schon Leid tun, es sei denn, er ist schon an die „Rückenschmerzen“ oder die „Migraine-Anfälle“ seiner holden Gattin und Mutter seiner Kinder gewöhnt und gegen Verweigerungs-Rachefeldzüge immun. Vielleicht ist er aber auch der Meinung, dass nach dem zweiten Kind, Sex eigentlich kein Thema mehr zu sein braucht.

Kinder sind der Segen dieser Gesellschaft. Sollte man zumindest meinen, auch wenn sie schreiend im Supermarkt, die Mama oder den Papa oder gleich beide zusammen mit den anderen Kunden auf die Palme bringen und der Kassiererin den letzten intakten Nerv ruinieren, nur weil die Erzeuger ihnen die Kaugummis oder Comics verweigern. Plötzlich findet man die schrillen und nervenden Geräusche von Alarmanlagen oder Polizeisirenen durchaus angenehm und man wünscht den Kindern eine prompte Mandelentzündung am darauf folgenden Tag. Wer die Stimmlage von Kindergeschrei kennt, kann dies durchaus nachvollziehen. Irgendwann denkt man , der eigene Kopf explodiert oder man erliegt einem rasch aufgetauchtem Tinitus, oder freut sich über ein Dauerpiepsen im Ohr, wenn Töchterchen gerade das Supermarktregal auseinander nimmt. Dann schaltet der Körper auch Auto-Schutz und man empfindet, wenn auch nur für einen kurzen und keineswegs nachhaltigen Moment ,eine innere Ruhe, die man als sorgender Elternteil schon sehr lange nicht mehr kannte. Danach geht’s dann erst richtig los.

Dennoch haben wir sie lieb, die Kinder dieser Welt und genau so lieb haben wir die Väter dieser Welt, wenn beide übersäht mit Grasflecken über die Wiesen dieser Welt tollen und grinsend auf einen zu gerannt kommen. Dann ist die heile Familie wieder in Ordnung. Da denkt man als Frau auch nicht mehr an unbezahlte Rechnungen, an den seit Jahren tropfenden Wasserhahn, an die Kündigung im Betrieb und die Aussicht auf Harz 4, geschweige denn an die anstehende Wäscheladung.

Da sagt auch eine gerührte Ruki:  „Piep, piep, piep, wie haben uns alle lieb!“
 
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