ANTIQUA Online Magazin

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Ruki sagt ...

 

 

 

 

Taschentuchbenutzung 

Ich finde es immer wieder süß, wenn ältere Herren meinen sich über die Jugend aufregen zu müssen. Das überzeugt mich immer wieder davon, dass ich nicht so ganz Unrecht darüber hatte, dass man seinen Blog ganz gut dazu benutzen kann, Einsamkeit mit entsprechenden Einträge zu kompensieren und zu hoffen, dass diese von irgendjemanden erhört werden. Scheint ja auch bei mir zu funktionieren. Welch Verzweiflung im Alter!

Stichwort „Einsamkeit“. Es ist Frühling und mit schöner Regelmäßigkeit spielt bei so manchen Mitmenschen der Hormonhaushalt wieder verrückt. Überall kriechen sie - die Pärchen - nun raus aus ihren Winterlöchern und belästigen auf öffentlichen Plätzen die Singles mit ihrem Liebesgeflüster, oder mehr oder weniger schöner Zungenakrobatik. Die Blüten sprießen und wachsen und das - durch ungeschützen Verkehr triebgesteuerter und paarungsbedürftiger Großstädter - wachsende Risiko der Verbreitung diverser Geschlechtskrankheiten auch,. Aber wie steht es schon in der Bibel geschrieben: „Paaret und vermehret euch“!

Durch den saisonbedingten Hormonstau kommt es zu unangenehmen Komplikationen. Die unangenehmste aller Komplikationen ist der so genannte „Liebeskummer“ und der dazugehörige mengenmäßig außergewöhnlich hohe Taschentuchkonsum. Liebeskummer führt dazu, dass halbwegs erwachsene Frauen und Männer anfangen, sich wie Kleinkinder zu benehmen und bei irgendwelchen Liedern aus der Massenbeschallung in Supermärkten in Tränen ausbrechen, und das nur weil man mit dem Expartner oder Nochpartner dereinst zu diesem Lied einen Rotwein getrunken hatte. Aber eigentlich braucht man für komisches Benehmen gar keinen Liebeskummer, die Verliebtheit allein reicht oft schon, um im Gesicht eines vermeintlichen Liebesopfers ein dümmliches Grinsen zu produzieren

Zu den beliebtesten Methoden, um Liebeskummer erträglicher zu machen, gehört ohne Zweifel der Konsum von Alkohol , besser bekannt unter den Begriffen „Plattsaufen“ oder auch „Trinkgelage“. In solchen Ausnahmefällen wie dem Liebeskumme,r wird der tage- oder wochenlang andauernde leicht exzessive Alkoholkonsum nicht mehr als suchtgefährdend betrachtet, sondern schlichtweg als notwendige Maßnahme toleriert. Durch Liebeskummer wird das Saufen „salonfähig“.

Tatsächlich funktioniert diese Therapie bis zu einem bestimmten Punkt ganz gut. Die Grenze des Zumutbaren wird spätestens jedoch dann erreicht, wenn man, selbst nicht vom Liebeskummer betroffen, irgendwann keine Lust mehr hat, ständig von den Opfern der Liebeskummertragödien in irgendwelche Bars und Kneipen mitgeschleift zu werden. Spätestens nach zwei Wochen intensiver Begleitung während der Liebeskummerverdrängung und angesichts der vielen anderen Liebeskummerbelämmerten, entwickelt man konsequenterweise diverse Mordgedanken gegenüber Liebeskummeropfern. Wenn man sich tagein und tagaus, immer und immer wieder die unterschiedlichsten Theorien anhören muss, wieso der Liebste oder die Liebste Schluss gemacht hat, könnte selbst ein Richter einem das nicht mehr verdenken.
In solchen Momenten täte man am liebsten die betreffende Person am Kragen packen, durchschütteln und laut anbrüllen „Komm endlich zur Vernunft, an einer Trennung ist bisher keiner gestorben!“. Aber dann tut man das dringend Notwendige aus Höflichkeit und Freundschaft doch nicht, sondern man ertrinkt seinen eigenen Frust - noch einen Abend mit sinnlosen Liebeskummergesprächen vertrödelt zu haben – auch im Alkohol und lässt das Gejammer erneut über sich ergehen. Als krönender Abschluss solcher Abende, trägt man den betrunkenen Freund oder die Freundin womöglich auch noch nach Haus. Lang lebe die Freundschaft!

Im Gegensatz zu Männern ist bei Frauen auch das „Frust(fr)essen“ äußerst beliebt. Man verkriecht sich dazu am besten ins heimische Wohnzimmer vor den Fernseher, bestellt beim Asiaten und Pizzaservice die Karte einmal rauf und runter und stopft sich als Nachtisch noch eine 500 Grammpackung Eis rein, bis man nur noch unbeweglich und aufgebläht auf dem Sofa liegen und den Ertickungstod trainieren kann. Diese Methode bewirkt, dass man nur noch keuchen kann und kaum noch an Liebeskummer denkt. Mit dieser kaloriereichen Verdrüngungsmethode kann man zusätzlich noch gefühlsschwangere Bollywooddramen oder Liebesfilme à la „Dirty Dancing“ kombinieren. Die übertönen dann mit ihrer Musik und situationsgemäßer Lautstärkeregelung das eigene Geschluchze und man merkt durch den Lärm gar nicht mehr, dass man bereits die dritte Packung Taschentücher verbraucht hat.

Wie auch immer die eigene Liebeskummerverdrängungsstrategie auch aussehen mag, Ruki sagt : „Entweder man lässt sich auf das Liebesspiel gar nicht erst ein oder man nimmt eventuell kommenden Liebeskummer mit Verachtung in Kauf!“
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Ihre Meinung
Anonym hat gesagt…

bei männern habe ich auch schon desöfteren Frustfressen erleben dürfen...das könnt ihr frauen nicht nur für euch in anspruch nehmen ;-)

gruss
Bone

Ruki hat gesagt…

Lieber Bone,

Es soll doch auch tatsächlich Menschen geben, die auch gerne viel und Gutes essen , ohne Liebeskummer zu haben :)

Lieben Gruß,

Ruki

 

 

 

 

 

 

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