
Ruki sagt ... |
Das Shopaholicsyndrom Jede Frau kennt das Gefühl. Man betritt einen überdimensionalen Konsumtempel, zu Neudeutsch „Shopping Mall“ genannt, und ist überwältigt von Glücksgefühlen bei dem Anblick von neuen Schuhmodellen und anderen Kleidungsstücken.
Plötzlich werden an sich sonst ganz vernünftige Ehefrauen unvernünftig und willenlos und stürzen sich wie blutgeile Raubtiere auf die Supersonderangebote, wie benachteiligte, kleine Kinder auf verbotene Süßigkeiten. Die Schlagworte „Sommer- und Winterschlussverkauf“ lösen wahre Euphorien aus und die sonst so vernünftigen Damen reißen sich gegenseitig die Haare aus wegen einem neuen Desingeroberteil zum Discounterpreis. Das hat zur Folge, dass ahnungslose Verkäufer eine Zusatzausbildung als Türsteher oder Rauswerfer machen müssen, damit sie den Andrang um 5 Uhr morgens vor den Geschäften bewältigen können. Die „Shopaholics“ scheren sich im Bann ihres Kaufrausches kaum um anwesende Bodyguards und lassen sich immer öfter sogar in Schlägereien vor den Kleiderstangen und an den Grabbeltischen verwickeln. Alles meins !!. So manch eine angetörnte Lady lässt sich quer durch den Laden schubsen und nimmt wegen einem neuen Minirock Blutergüsse und eine geraufte Frisur in Kauf.
Männer begleiten ihre allerliebsten Frauen nur ungern bei solchen Aktionen und überlassen ihnen gönnerhaft, nichtsdestoweniger aber zähneknirschend die Kreditkarte. Im Zeitalter der Metrosexualität, geprägt von Vorbildern wie David Beckham und Co. verbringen auch die männlichen Wesen der Schöpfung in zunehmendem Maß viel Zeit beim Shopping , so dass selbst die von den Turbulenzen der Sommerwinterschlussverkäufe geprüfte und abgehärtete Frau genervt das Handtuch schmeißt. Die Schönheitssalons haben sich schon längst auf die männliche Kundschaft eingestellt und ich frage mich, ob die Ehefrauen und Freundinnen des starken Geschlechts diesen Trend - beim Anblick gut gezupfter männlicher Augenbrauen und dezent markierten Lidern und Lippenformen - nicht manchmal in den falschen Hals kriegen.. Metrosexuelle Männer mit vokohila Frisur machen sogar mir Angst, wenn bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zwangsläufig mit ihnen auf Tuchfühlung bin und ich könnte glatt schwören, dass die ein oder andere Frau diese gestylten Typen als Bedrohungen ihrer eigenen Weiblichkeit empfinden.
Hinzu kommen dann diverse teure Urlaube und Autos. Urlaubsbilder sind wahrscheinlich das neue Statussymbol der jetzigen Postmaterialisten, selbst dann, wenn der Mallorcaurlaub auch für Studenten und Abiturienten nunmehr erschwinglich geworden ist. Hauptsache man verreist drei Mal in die Massenterritorien im Jahr und nicht nur ein Mal auf die exklusiveren Malediven. Auch beim Auto reicht kein einfacher Traditions-Golf mehr, es muss schon der Daimler, ein blitzschneller 3-er aus München, wenn nicht sogar ein Allroundpanzer us-amerikanischer Produktion sein, … auf Pump, versteht sich von selbst. Wer bezahlt denn heute noch bar.
Was macht man also als Normalsterblicher? Soll man sich aus einem perversen nationalen Pflichtgefühl gegenüber der Landeswirtschaft munter weiter der Konsumsucht hingeben? Soll man sich weiterhin orientierungs- und willenlos in den Malls und Boutiquen auf glitzernde Gegenständen stürzen, sich sogar darum duellieren? Oder kann, bzw. darf man es unterlassen, beim Einkauf die Orientierung zu verlieren?
Und sie wurde tatsächlich schon verfilmt, die Lösung aller Shoppingsuchtprobleme. Hollywood machts möglich. „Shopaholic“ zeigt, wie man es als Frau schafft, trotz merkwürdiger Emotionsanwandlungen in Einkaufszentren, doch noch einen Mann für sich zu ergattern und schließlich glücklich zu werden. Man darf halt nie die Hoffnung aufgeben, auch als bedauernswürdiges Konsumopfer nicht.
Also sagt Ruki: „Das bisschen Einkaufen schadet nicht.“ _____
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