Die Erdzeitalter 
Die Erd-Uhr zeigt anschaulich das Zeitalterverhältnis der Ären und Perioden zueinander. Das Quartär, das in Wirklichkeit 2 Millionen Jahre dauerte, wird auf der Erd-Uhr mit nur 17 Sekungen angezeigt.
Ären (Einzahl: Ära, Aera) oder Zeitalter sind in der Geologie die Untereinheiten der Äonen, also Zeitabschnitte von vielen Jahrmillionen. Jede Ära unterteilt man weiter in Systeme (Alter bzw. Perioden und Epochen). Die etwa 4,55 Milliarden Jahre seit der Entstehung der Erde wären aus astronomisch-geologischer Sicht in vier Äonen zu unterteilen. Weil jedoch der Kreislauf der Gesteine bzw. die Plattentektonik typische Zyklen von 200 Millionen Jahren hat, lassen sich sehr frühe Zustände der Erde nur in ganz wenigen Regionen untersuchen. Daher kann praktisch nur das letzte Äon, das Phanerozoikum, dessen ältestes Zeitalter, das Paläozoikum, vor 542 Millionen Jahren mit dem Kambrium beginnt, Gegenstand detaillierter Analysen sein. Die Zeit davor [I](ab der Erstarrung der Erdkruste) fasste man früher einfach unter dem Begriff „Präkambrium“ zusammen, obwohl sie sechs bis acht mal so lang ist wie die nachfolgende Zeit. Heute wird diese Zeitspanne (aufgrund der Befunde auf sehr alten Kratonen) in drei Äonen unterteilt. Das jüngste dieser Äonen ist das Proterozoikum, das mit der Ära des Neoproterozoikums endet. Die letzte Periode dieses Zeitalters vor dem Kambrium wurde im Mai 2004 nach Fossilfunden aus der Ediacara-Fauna in Australien Ediacarium genannt. Das „jüngste“ Äon, das Phanerozoikum, besteht aus drei Ären (Zeitaltern) und reicht bis in die Gegenwart: · Ära Känozoikum (Erdneuzeitalter, Paläogen und Neogen) · Ära Mesozoikum (Erdmittelalter, Trias bis Kreide) · Ära Paläozoikum (Erdaltertum, Kambrium bis Perm)
Für den Ineressenten am Keltentum sind vor allem zwei Epochen oder Zyklen (Mesolithikum u. Neolithikum) und ggf. die Hallstatt- und LaTènezeit relevant. Jenseits der esoterischen Spekulation über Kulturen vor der historisch-archäologisch (wenn auch noch spärlich) erfaßten Zeit, befassen wir uns hier hauptsächlich mit dem Werden des Lebens und der Kultur der Inselkelten und jener Völker, die sie höchstwahrscheinlich beeinflußten. Diesbezüglich kommen vor allem die nachstehenden Epochen in Frage.
Das Mesolithikum
Das Mesolithikum, die Mittelsteinzeit, ist die Zeit der nacheiszeitlichen Jäger und Sammler. Sie setzt am Ende des letzen Pleniglazials (Eiszeit) an und begleitet das Ende der Eiszeit bis in die Phase der Begrünung der Erde hinein. Die Vielfalt der Tierwelt wird den Menschen bewußt und es ist möglich, daß schon zu jener Zeit vereinzelte Gemeinschaften den Versuch der Domestizierung verschiedener Tierarten unternahmen. Innerhalb der verstreuten Gemeinschaften beginnen sich erste Hierarchien zu bilden. Speziell in Europa kann das Mesolithikum als eigenständige Entwicklungsperiode gesehen werden, während der Begriff in anderen Weltteilen nicht angemessen scheint. Das Mesolithikum reicht bis zum Auftreten des Ackerbaus, der den Beginn des Neolithikums (der Jungsteinzeit) markiert. Das Ende der Mittelsteinzeit liegt daher im Vorderen Orient sehr viel früher als in Mitteleuropa oder in Skandinavien. Somit begann das Mesolithikum in Mitteleuropa nach dem Ende der Eiszeit etwa um 10.000 v.u.Z.. und endete ca. 6.000-4500, im restlichen Mitteleuropa. Das Mesolithikum war vom Zurückweichen des Eises der letzten Eiszeit in Nordeuropa und der damit verbundenen schnellen Erwärmung des Klimas geprägt. In dieser Zeit entwickelten sich aus spärlichem, aber schnell gedeihenden Wildwuchs Kiefern-Birkenmischwälder, gefolgt – durch die allmähliche Einwanderung wärmeliebender Arten - der atlantische Eichenmischwald. Die Besiedlungsgrenze verschob sich recht schnell nach Norden. Über die genauen Lebensweise der damaligen Menschen ist nicht allzu viel bekannt, da die Entwicklung sich nicht überall gleich vollzog, sondern eher regional und zwischen Ost und Nordwest mit Abständen von bis zu 2000 Jahren. Das Mesolithikum zeichnet sich noch durch eine Besonderheit aus. In dieser Zeit, in der sich die ersten Hierarchien entwickelten, entstand gleichzeitig auch der Mythos. Archaische Relgionen bildeten sich und erste Priesterkasten entstanden. Der Schamane beanspruchte zunehmend eine besondere Rolle innerhalb seiner Gemeinschaft und die Herrschertradition zeigte erste Ansätze. Die Götterwelten, wie sie uns überliefert sind, wurden wahrscheinlich in der Zeitspanne des Mesolithikums gebildet.
Das Neolithikum
Das Neolithikum, die Jungsteinzeit, beginnt mit dem Übergang vom Wildbeutertum und Sammlerleben der Menschen zur Seßhaftigkeit mit Ackerbau und Viehzucht und stellt eine der größten Umwälzungen der Menschheitsgeschichte dar. Der Prozeß der Neolithisierung beginnt zwischen 12000-7000 v.u.Z. im Vorderen Orient. Dort wurden zu jener Zeit schon Schafe, Ziegen und Rinder gehalten, sowie Emmer, Einkorn, Dinkel und Gerste kultiviert. Das Entstehungszentrum von Ackerbau und Viehzucht liegt also nicht in Europa, sondern in Nordmesopotamien und Palästina. Die karthographische Erfassung der Fundorte mit frühestem domestiziertem Vieh und gezüchtetem Getreide ergibt optisch einen sichelförmigen Streifen: der "Fruchtbare Halbmond" genannt. Von dort breitet sich die neue Wirtschaftsweise nach Süd- und Mitteleuropa aus. Nordeuropa blieb offenbar noch teilweise bis ins 5. Jahrtausend v.u.Z. ein mesolithisches Rückzugsgebiet. Bild: Erd-Uhr - Wikimedia
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