Robert Schumann

 200. Geburtstag am 8. Juni 2010

 

 

Robert Schumann war der Sohn des Buchhändlers und Verlegers August Schumann (1773–1826). Er erhielt bereits mit sieben Jahren Klavierunterricht, studierte 1828–30 ohne große Neigung Jura in Leipzig und Heidelberg, in Wahrheit aber widmete er sich bereits ganz der Musik und begann auch zu komponieren.

Neben Unterricht in Klavier (bei Friedrich Wieck, dem Vater seiner späteren Frau) und Musiktheorie trieb er eigene Studien anhand von Johann Sebastian Bachs Wohltemperiertem Klavier. Eine Fingerzerrung vereitelte zwar die Virtuosenlaufbahn; es entstanden aber weitere frühe Kompositionen. Auf Jahre hinaus veröffentlichte er nur Werke für Klavier.

1830 lernte Schumann Clara durch seinen Aufenthalt in Wiecks Haus näher kennen, konnte aber mit dem neun Jahre jüngeren Mädchen nur wenig anfangen. Er ging mit ihr manchmal spazieren und beobachtete ihr Reifen in der Folgezeit mit einer Mischung aus Erstaunen und Amüsement. Er hatte ein paar Liebschaften, aus der Zeit nahm er wohl auch ein Andenken mit, über das er bis 1855 nicht sprach, das aber mitursächlich für seinen frühen Tod gewesen sein könnte: die Syphilis.

 

1834 verlobte Schumann sich mit Ernestine von Fricken (geb. von Zedtwitz), wie er damals meinte, Tochter eines reichen böhmischen Barons. Dass es sich um böhmischen Adel handelte, traf zwar zu, allerdings lagen Ernestines Vermögensverhältnisse völlig im argen, denn sie war lediglich ein Adoptivkind und nicht erbberechtigt. Schumann löste die Verlobung vor Ablauf eines Jahres. Gleichwohl setzte er ihr ein musikalisches Denkmal: den Carnaval. Die von Frickens entstammten dem böhmischen Städtchen Asch; dieser Ortsname ist Grundlage des Carnaval in der Weise, dass Schumann in den ersten Miniaturen (meistens gleich am Anfang) die Tonfolge A-Es-C-H, in der zweiten Hälfte des Werks bei den Stücken die Notation As-C-H integriert. Ein Stück trägt den Titel Estrella, eines ist Chiarina gewidmet, auch der Marsch der Davidsbündler gegen die Philister als krönender Abschluss fehlt nicht. Der Eingang des Stückes, die Preambule sowie die Miniaturen mit den Titeln Chopin und Paganini bilden die Ausnahme in dem Duktus der beschriebenen Notation.

 

Imselben Jahr gründete Schumann die „Neue Zeitschrift für Musik“, in der die teilweise realen, teilweise erfundenen „Davidsbündler“ (Eusebius, Florestan u.a.) für eine hohe, „poetische“ Musik stritten. In seinem romantisch-idealistischen Künstlertum aufrichtig und entschieden, war Schumann durch sein immer stärker nach innen gewandtes Wesen als Lehrer und Dirigent wenig erfolgreich, als Komponist zunächst kaum bekannt.

 

Ende 1835 kamen sich Schumann und Clara näher, ein Umstand, der dem überfürsorglichen Vater Wieck nicht verborgen blieb. Er unternahm in der Folgezeit alles, um jeden Kontakt zwischen den frisch Verliebten zu unterbinden. Nichts war mehr möglich, kein Treffen, selten Briefe, die unter geradezu konspirativen Umständen übermittelt wurden, Blicke nur aus der Entfernung. Die Härte des alten Wieck vergrößerte die Leidenschaft nur.

 

1840 beendeten Robert und Clara die hoffnungslos erscheinende Situation mit einer Klage vor Gericht, die darauf gerichtet war, dass entweder der Vater der Ehe zustimmen oder von Amts wegen eine Einwilligung herbeigeführt werden sollte. Am 12. September 1840 heiratete das Paar aufgrund der Zustimmung des angerufenen Gerichts gegen den Widerstand Friedrich Wiecks in der Dorfkirche von Schönefeld bei Leipzig und verbrachte den Nachmittag auf dem Rittergut Mölkau. Noch  im selben Jahr komponierte er eine große Anzahl Lieder.

 

Die Kreisleriana hatte Schumann schon 1838 vollendet. Gedanklich ist das Stück dem Schriftsteller E.T.A. Hoffmann zugeeignet, der seinen Kapellmeister Kreisler nicht nur als Pseudonym für die Leipziger musikalische Zeitung verwendet, sondern ihn auch literarisch zum Charakter erhoben hatte. Als Zeugnis musikalischer Verehrung widmete Schumann das Werk Frédéric Chopin, für den er große Bewunderung hegte. Der so Bedachte vermochte aber keine besondere Affinität für Schumanns Kompositionen zu entwickeln.

Auch andere Pianisten verhielten sich seinen Stücken gegenüber zurückhaltend: Franz Liszt, der einige seiner Werke in sein Repertoire genommen hatte, erlitt nach eigenem Bekunden damit ein „großes Fiasko“. Das Publikum wollte ihn wohl nicht als Interpreten schwer verständlicher Musik, sondern vielmehr als Hasardeur auf den Tasten erleben. Selbst Clara, die maßgeblich zur größeren Bekanntheit von Schumanns Klavierwerken beitrug, spielte auf Konzerten nur vereinzelt das eine oder andere Stück ihres Mannes. Die Zuhörer bevorzugten Musik, die ihrem zeitgenössischen Geschmack entsprach. Aus der Retrospektive nicht nachvollziehbar: Schumann gehörte nicht dazu. Ludwig van Beethoven wurde verehrt, Mendelssohn Bartholdy, Chopin und Scarlatti galten als beliebt, Sigismund Thalberg, Friedrich Kalkbrenner, aber auch Henri Herz, den Schumann wegen seiner seichten Klaviermusik verachtete, waren zu der Zeit häufig zu Gehör gebrachte Komponisten.

 

Schumanns1838/1839 unternommener Versuch, seine Neue Zeitschrift für Musik in Wien zu etablieren, scheiterte an den damals herrschenden strengen Maßstäben der österreichischen Zensurbehörde. Doch wurde Schumann im darauffolgenden Jahr 1840 Ehre zuteil: Die philosophische Fakultät der Universität Jena verlieh ihm die Ehrendoktorwürde.

 

In seiner Ehe mit Clara Schumann versuchte Schumann, stets Einfluss auf ihr Leben und Schaffen zu nehmen. Er wünschte nicht, dass sie, die in ganz Europa Ruhm als große Pianistin erlangt hatte, weiter ihren Konzerttätigkeiten nachging. Auch wollte er, dass ihre – bis dahin dem romantischen Publikumsgeschmack nachgebenden – Kompositionen ernsthafter würden, sich mehr an seinem Schaffen orientierten. Sein Ziel war musikalische Zweisamkeit in Einheit. Und so brachte ein 1841 veröffentlichter Liederzyklus des Ehepaars Schumann die Rezensenten in die Verlegenheit, nicht sagen zu können, welche der Vertonungen nun Robert und welche Clara zuzuschreiben waren.

 

Zweifellos aber fühlte sich Schumann durch diesen neuen Lebensabschnitt mit Clara Schumann an seiner Seite beflügelt. Innerhalb kürzester Zeit entstand seine Sinfonie Nr. 1 in B-Dur, deren von den Blechbläsern intoniertes Motiv auf dem Gedichtstext: „Oh wende, wende deinen Lauf. Im Tale blüht der Frühling auf!“ beruht. Die so genannte Frühlingssinfonie wurde am 31. März 1841 unter dem Dirigat von Felix Mendelssohn Bartholdy aufgeführt. Noch im selben Jahr vollendete Schumann eine Sinfonie in d-Moll, in die ursprünglich eine Gitarre integriert war. Am 6. Dezember 1841 uraufgeführt, mochte sie beim Publikum aber nicht recht ankommen. 12 Jahre später hat Schumann sie überarbeitet, bekannt ist sie heute als seine 4. und letzte Sinfonie.

1841 wurde auch das erste Kind der Schumanns, Marie, geboren. Acht Kinder hatte das Paar, der letzte Sohn Felix kam auf die Welt, als Schumann bereits in der Nervenheilanstalt weilte. Auf seinen Wunsch hin wurde er nach Felix Mendelssohn Bartholdy getauft.

 

1843 kam er durch Felix Mendelssohn Bartholdy als Lehrer für kurze Zeit ans Leipziger Konservatorium, Aber die Geldsorgen wuchsen und Clara begab sich wieder auf Konzerttournee, unter anderem nach Russland, was ihr 6000 Taler einbrachte. Schumann begleitete sie, in den Augen der Bewunderer Claras als Gatte einer europaweit bekannten Pianistin, für ihn eine furchtbare Demütigung. Manche steckten ihm diskret Geld zu, zutiefst gekränkt notierte Schumann dies in sein Tagebuch mit dem Zusatz „Und Klaras Benehmen dabei.“

 

1844 zerschlug sich Schumanns Hoffnung, Nachfolger von Mendelssohn Bartholdy am Leipziger Gewandhaus zu werden. Schumann zog daraufhin mit seiner Familie nach Dresden, wo er Chorleiter wurde.

Die Folgezeit bis 1846 war geprägt von Krankheiten, er klagte über Abspannung, Nervenschwäche, Angstzustände, Schwindelanfälle – und er wurde schwermütig.

 

Robert und Clara Schumann 1847
 

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1850 wurde er Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf (hier besuchte ihn 1853 der junge Johannes Brahms), war dort jedoch nach einiger Zeit Demütigungen und Intrigen ausgesetzt.

Eine schon in jungen Jahren gelegentlich sich ankündigende seelische Krise wurde bisweilen als Psychose im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung gedeutet, die 1854 nach einem Selbstmordversuch vollends zum Ausbruch gekommen sei. Krankenakten aus der Heilanstalt Endenich lassen dagegen einen Zusammenhang zwischen Schumanns Nervenleiden und einer frühen Syphilis vermuten.Schumann starb 1856 in Endenich.

 

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Quelle:wiki 

 


 

 

 

 

 
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