Frédéric Chopin200. Geburtstag am 1. März
Im darauf folgenden Jahr 1818 spielte der Achtjährige anlässlich eines Wohltätigkeitszweckes ein Konzert des österreichischen Komponisten Adalbert Gyrowetz und trat seitdem in den Salons des polnischen Hochadels und der Aristokratie auf. 1822 nahm Chopin Privatunterricht in Musiktheorie und Komposition bei Józef Elsner. Ein Jahr später spielte er öffentlich ein Konzert von Ferdinand Ries. Nach Abschluß der Mittelschule 1826 studierte er am Konservatorium zunächst Kontrapunkt, dann auch Musiktheorie, Generalbass und Komposition. Zwischen 1829 und 1831 hielt sich Chopin abwechselnd in Warschau, Wien und in Paris auf. Er gab mehrere von der Fachpresse hochgelobte und vom seinem Publikum begeistert applaudierte Konzerte. Die „Allgemeine Musikalische Zeitung“ in Leipzig hob die „ausgezeichnete Zartheit seines Anschlags, eine unbeschreibliche mechanische Fertigkeit, sein vollendetes, der tiefsten Empfindung abgelauschtes Nuancieren“ hervor und bezeichnete ihn als „einen der leuchtendsten Meteoren am musikalischen Horizont“. 1831 siedelte Frédéric Chopin auf Anraten deines Vaters, hinsichtlich der zu der Zeit ausgebrochenen Aufstände der Kongresspolen, endgültig nach Paris über. Der Abschied von seiner Heimat Polen fiel ihm nicht leicht.
Er galt als Liebling der Salons, doch er war scheu. Er galt als Frauenheld, doch er fühlte sich einsam und litt darunter. Die Leichtigkeit seiner Stücke war hart erarbeitet. Und das, was improvisiert wirkte, detailgenau gesetzt. Eva Gesine Baur portraitiert Chopin in seiner ganzen Widersprüchlichkeit und eröffnet einen von Klischees unverstellten Zugang zu seinem Leben und seiner Musik. Zeitgenossen stilisierten ihn zum träumerischen Genie, erlebten ihn als Ästheten von erlese-nen Manieren und Frauenschwarm in der Welt der Pariser Salons. Er konnte witzig, bissig und ironisch sein, hielt aber doch die Umgebung auf Distanz und war vielen zu leise, als Mann wie auch als Pianist. Als Klaviervirtuose bezauberte er sein Publikum, und als Komponist der "süßen Abgründe" verkörpert Chopin bis heute den Romantiker par excellence. Heimweh, Sehnsucht, Vergänglichkeit kennzeichnen Chopins Musik - und sein Leben. In Polen geboren, konnte er den Verlust seiner Heimat trotz aller Erfolge in Paris und Wien nie verschmerzen. Von den Frauen vergöttert, ließ ihn die unglückliche Liebschaft zur 18-jährigen Maria Wodzinska an der Liebe verzweifeln. Und auf dem Höhepunkt seines Ruhms, doch völlig verarmt, machte ihm die Tuberkulose, an der er im Alter von nur 39 Jahren verstarb, das Leben zur Qual. Als Frühvollendeter hinterließ Chopin nicht nur ein grandioses musikalisches Werk, sondern auch tiefe Spuren in den Biographien und Arbeiten seiner Freunde: Franz Liszt, Honoré de Balzac, Heinrich Heine, Eugène Delacroix, vor allem aber George Sand, seiner letzten Geliebten.
von Eva Gesine Bauer
Die Kulturhistorikerin Eva Gesine Baur studierte Literaturwissenschaft, Psychologie, Kunstgeschichte und Musikwissenschaften, und hat auch eine Ausbildung in klassischem Gesang absolviert. Sie hat zahlreiche Bücher über kulturgeschichtliche Themen und unter dem Namen Lea Singer mehrere Romane veröffentlicht. Zuletzt erschien von ihr der Klavierroman "Konzert für die linke Hand" über den berühmten Pianisten Paul Wittgenstein.
C. H. Beck - 564 Seiten
Hans Werner Wüst
Jenseits von naiver Ikonenverehrung oder voyeuristischer Schlüsselloch-Biographik nähert sich Wüst Chopin mit erfrischender Menschlichkeit, scheut auch nicht vor der nachvollziehbaren Frage zurück: "War Chopin glücklich?" und kommt zu einer frappierend hellsichtigen Antwort. Mehr sei nicht verraten, sondern auf Wüsts lohnendes Chopin-Buch verwiesen. Was Wolfgang Hildesheimer für Mozart geleistet hat, gelingt auch Wüst: für Chopins Persönlichkeit wie Musik treffende Formulierungen und poetische Metaphern zu finden. Dabei zeichnet er mit klugen Beobachtungen ein realistisches Bild des Menschen Chopin, humorvoll angereichert durch Briefe und Erinnerungen von Zeitzeugen.
Bouvier - 284 Seiten
Tadeusz A. Zielinski
Sein Leben, sein Werk, seine Zeit
Atlantis Musikbuch - 912 Seiten
George Sand
..... eine der faszinierendsten Reisebeschreibungen der Weltliteratur, eine der berührendsten Liebesgeschichten des Lebens und irgendwie auch - der erste Austteigerroman.
Insel - 220 Seiten
Geroge Sand
Ihre Liebesbeziehungen mit Alfred de Musset, Prosper Mérimée und Frédéric Chopin sind legendär. In ihrer Autobiographie schildert George Sand ihren leidenschaftlichen Kampf um ein selbstbestimmtes Leben als Frau und Schriftstellerin.
Insel
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Frédéric François Chopin; (Fryderyk Franciszek Szopen) kam am 22. Februar oder am 1. März 1810 in Zelzowa Wola (Herzogtum Warschau) in Polen zur Welt. Chopins musikalisches Talent zeigte sich schon in sehr früh. Er galt als Wunderkind und komponierte schon im Alter von sieben Jahren. Seine ersten Polonaisen B-Dur und g-Moll sind auf 1817 datiert und ließen eine außergewöhnliche improvisatorische Begabung erkennen. Sein einziger Lehrer war in den Jahren von 1816 bis 1822 der polnische Pianist und Violinist Wojciech Adalbert Żywny.

Mit stupendem Detailwissen und großem erzählerischem Atem schildert der polnische Musikwissenschaftler Tadeusz A. Zielinski den Lebensweg seines Landsmanns Frédéric Chopin. Es gelingt ihm, den Leser in das 19. Jahrhundert zurückzuversetzen und Chopins Schaffen einzubetten in die unmittelbaren Lebenszusammenhänge: Vom Erblühen der ersten Liebe und der Entdeckung der romantischen Musik über die leidenschaftliche Beziehung zu George Sand und dem epochalen Zyklus der 24 Préludes bis hin zu Chopins wenig bekanntem patriotischem Liedschaffen und der Entwicklung des gereiften Klavierstils im mondänen, kosmopolitischen Paris. Gleichzeitig bietet das Buch erstmals eine ungemein genaue und einfühlsame Erläuterung aller Werke Chopins.
Im Oktober 1838 begab sich George Sand mit ihrem Geliebten Frederic Chopin auf die Insel Mallorca. Die Abenteuer und Widrigkeiten, die ihnen auf der "Erholungsfahrt" begegneten, aber auch ihre überschäumende Begeisterung schildert sie in diesem Buch.