Sagen und Legenden um Artus und Merlin (Teil II )
erzählt von: Fern Weirich
Amherawdyr
Irgendwann im 6. Jh. n.Chr. Es war Frühling. Zwei Männer waren in Eile, sie durchquerten mit grossen Schritten die weite Ebene, denn der Abend nahte und sie suchten ein Quartier für die Nacht. Myrddin hatte während seiner Krankheit, die sich mehrere Jahre hingeschleppt hatte, den Kontakt zum Volk verloren. Die Vision des Myrddin über die Geburt eines britannischen Königs hatte sie nunmehr zur Eile angetrieben. Das Schiksal Britanniens stand auf dem Spiel und der zukünftige König war inzwischen schon ein junger Bursche. Unterwegs stürmten die Neuigkeiten regelrecht auf sie ein. Vieles war geschehen und nur wenig Gutes war hervorzuheben gewesen. Trotz der mutigen und unerbittlichen Kämpfe König Emrys und seiner Krieger war es ihnen nicht gelungen die Lloegriens zurückzudrängen. Sie waren zahlreich gekommen und hatten sich im Westen des Landes schon einige Stützpunkte eingerichtet. Britannien war inzwischen in drei Teile aufgeteilt, das Land Kymry, das Pikt- und Skotenland und jener grosse Teil den man allgemein als das Koenigreich Lloegr bezeichnete.Myrddin machte sich schwere Vorwürfe und schrieb sich die Schuld an dieser Lage zu, da er während mehreren Jahren nicht auf dem Plan des Geschehens gewirkt hatte. Sein Freund Taliesin jedoch munterte ihn wieder auf und so zogen sie eiligen Schrittes gen Kaerllion an der Wysg , der Burg von Emrys Gwledig. An diesem Frühlingsabend näherten sie sich einem befestigten Dorf, das von Kynyr Keinvarvawk geführt wurde. Kynyr war ein guter und gerechter Clanchef in den besten Mannesjahren. Seine Zeit widmete er seiner Gattin und seinen fünf Kindern und dem Kämpfen und der Jagd an der Seite seines Königs Emrys. Zwei seiner fünf Kinder - Kei und Gwyar - waren seine eigenen, während die drei anderen unter seine Obhut und seine Erziehung gestellt worden waren. Diese drei Kinder waren einige Jahre zuvor in Kelly Wic zur Welt gekommen und nachdem ihre Eltern in einer verheerenden Schlacht mit den Lloegriens ums Leben gekommen waren, hatte man sie entsprechend der Tradition in seine Familie integriert, damit sie wohlbehütet seien und eine gute Erziehung genössen. Kynyr liebte sie wie seine eigenen Kinder und machte zwischen allen keinen Unterschied. So wuchsen Arthur, Morgwen und Ana in einer denkbar guten Familie auf. Kei war der Aelteste und ein sehr lebendiger, sprunghafter und verspielter Junge, während Gwyar, der Jüngste eher ruhig und zurückgezogen war. Von den derei anderen Kindern war Arthur der älteste und schon in jungen Jahren ein äusserst wilder und rauflustiger Junge. Morgwen, seine ältere Schwester war sehr zurückgezogen, fast schon geheimnisvoll und zog es vor allein zu sein. Ana die Jüngste war sehr aufgeschlossen, lachte gerne und spielte am liebsten mit den Jungen.
Kynyr war stolz auf seine Kinder und teilte dies auch Myrddin mit, als er ihn und Taliesin in seinem Dorf willkommen hiess. Nachdem die Kinder schlafen gegangen, waren unterhielten die drei Männer sich noch lange über die Lage Britanniens und die wachsende Gefahr der Lloegriens. Kynyr war neugierig und er beschloss die Fähigkeiten Myrddidns auf die Probe zu stellen. Er fragte, ob Myrddin ihm etwas über die Zukunft seines Sohnes Kei mitteilen könne. "Dein Sohn wird als Kei Hir der Lange in die Geschichte Britanniens eingehen. Keiner wird das Feuer und das Wasser besser ertragen als er". Kynyr war mehr als erfreut über diese Meinung aus dem Munde des Berufenen und insgeheim beruhigt und stolz schlug er vor, numehr schlafen zu gehen. Bevor Myrddin sich auch zurückzog, heftete sich sein Blick noch kurz auf die drei anderen Kinder und verweilten etwas länger und nachdenklich auf Arthur. Während Kynyr diese Blicke entgangen waren, hatte Taliesin sie jedoch bemerkt. Er entschloss sich allerdings aus Respekt seinem Freund gegenüber nicht weiter auf diese Beobachtung einzugehen. Insgeheim aber war er überzeugt, dass - hätte Kynyr den Myrddin auch nach den anderen Kindern befragt - dieser in Bezug auf Arthur eine besondere Ueberraschung erlebt hätte. Die Jahre zogen ins Land, ruhige und lehrreiche Jahre für die Kinder Kynyrs. Kei und Arthur entwickelten sich zu waffenkundigen und mutigen Jungkriegern, denen es unter der Haut juckte, endlich mit dem Koenig in die Schlachten gegen die verhassten Lleogriens ziehen zu können. Derweil sie keine Gelegenheit ausliessen sich in Waffen zu üben, entdeckten Ana und Gwyar ihre junge Liebe, die sie wohlweislich im Verborgenen auslebten. Ana gebar einen Sohn, den - da sie keine Schande auf ihren Vater kommen lassen wollten - sie der Obhut eines vorbeikommenden Kriegers übergaben. Weder die jungen Eltern noch der neue Ziehvater des Jungen konnten wissen, das dem Kind eine grosse Zukunft bevorstand.
Der Krieger
Kynyr wusste, dass er seine beiden ältesten Söhne Kei und Arthur nicht länger davon abhalten konnte, den Clan zu verlassen und in der Weite des Landes ihre ersten Erfahrungen zu holen. Schweren Herzens liess er sie gehen. Ungestüm und unerfahren zogen sie durch das Land der Kymry, begegneten Kriegern und Horden und sie wünschten sich nichts sehnlicher, als auch zu diesen Kriegern zu gehören. Eines Abends am Lagerfeuer - Kei war Holz einsammeln - tauchte aus dem Dunkel ein Fremder auf und überrumpelte den jungen Arthur. Als Kei zu Hilfe eilte, musste auch dieser Federn lassen, so dass der nächtliche Fremde lachend Einhalt gebot und sich vorstellte: "Mein Name ist Bedwyr und ich kann mich nur schwer zurückhalten, mich mit jedem, der mir über den Weg läuft, zu messen". Sie teilten sich das Feuer und die Speisen und Bedwyr wurde der erste Gefolgsmann Arthurs, zu dem sich im Laufe der Zeit noch berühmte, aber auch berüchtigte Namen gesellen sollten. Die drei Gefährten waren zu Fuß unterwegs, hatten aber nicht die Mittel sich Pferde zu kaufen. Also beschlossen sie, sich welche zu stehlen. Das Dorf vor ihnen lag friedlich und ebenso freidlich grasten die Pferde der Bewohner. Im Langhaus des Clanchefs war hoher Besuch. Myrddin war auf der Rundreise durchs Land und an diesem Abend zu Gast. Während der Gast Neuigkeiten verbreitete, näherten sich die drei Pferdediebe der Koppel, als ein dichter Nebel plötzlich aus heiterem Nachhimmel alles in einen fast undurchsichtigen Schleier hüllte. Selbst im Langhaus war der Nebel nicht unbemerkt geblieben und der Clanchef wunderte sich, daß zu dieser Jahreszeit ein so dichter Nebel überhaupt möglich war. Sein diesbezügliche Frage an Myrddin entlockte diesem nur ein kleines Lächeln. "Dieses bischen Nebel wird mich nicht abhalten, heute Nacht noch weiter zu ziehen. Ich habe noch einen langen Weg vor mir". Er verliess seinem Gastgeber und verschwand im Nebel. Aus sicherer Entfernung, den Wolf an seiner Seite, beobachtete er die Pferdediebe, als sie unbemerkt davongallopierten: "Bis sehr bald Arthur". Er machte sich auf den Weg zu Kynyr, den er schon lange nicht mehr besucht hatte. Dort konnte er den besorgten Vater hinsichtlich seiner beiden Söhne beruhigen.
Der Hordenführer
Kei und Arthur indes hatten sich einer Horde angeschlossen, deren Chef sich mit Ueberfällen auf Dörfer der Lloegreins entlang der walisischen Grenze einen Namen gemacht hatte. Während einem der zahlreichen Ueberfälle kam der Hordenführer in einem Zweikampf ums Leben, derweil Arthur kämpfte wie ein Berserker und trotz einer stark blutenden Kopfverletzung die Gegner Mann um Mann dezimierte. Die Schlacht wurde gewonnen und Arthur jubelnd als Held der Stunde gefeiert. Als ihm - wie es die Tradition verlangte - der letzte der Krieger, der aus der Schlacht zurückkam, seinen Kopf bot, verneinte Arthur und betonte, daß in Zukunft jeder Mann wichtig sei. Ein erneutes Jubelgeschrei bestätigte ihn als neuen Hordenführer, an seiner Seite Kei und Bedwyr. Es folgten viele Ueberfälle und reiche Beute, die er entweder in kymrischen Dörfern oder zu gleichen Teilen unter seinen Männern verteilte. Sein Ruf als gefährlicher und erbarmungsloser Krieger eilte ihn voraus, ebenso wie sein Ruf als gewiefter und gerechter Hordenführer, so daß sich aus allen Ecken des Landes Männer mit Namen auf den Weg machten, zu ihm zu stoßen.
Seine Horde wuchs langsam zu einer kleinen Armee, der fortan Gwyawn Llygat Cath, genannt das Katzenauge als Späher vorausritt. An Arthurs Seite ritt der alte Kynddelic Kyvarwydd als Führer, der alle Wege hinein und hinaus kannte. Da war Morvran, Sohn der Keridwen und des Tegid Voel, der das Abenteuer suchte und ohnegleichen hässlich war. Nebem ihm ritt ein junger Gäle namens Llenlleawc. Dahainter kam Henbeddestyr, der alte Fussgänger, der imstande war so schnell zu laufen, wie ein Pferd galloppieren konnte. Neben diesem ritt Glewunyt Gavaelvawr auf einer sehr soliden Montur, ein mächtiger Mann mit Armen wie Oberbeine und Beinen wie Baumstämme. Neben ihm ritt der stolze und am ganzen Körper tätowierte Annwas Edeinawc zusammen mit Hueil, Sohn des Kaw de Prydyn, der derzeit in Cwm Cawynyd regierte und dessen Sohn sich die Sporen für seine Nachfolge verdienen wollte. Weiter folgten Bedwni, Arthurs Berater - Drem mit dem alles durchdringenden Auge - die beiden Brüder Hir Atrwm und Hir Erwm, die sich immer durch einen gesegneten Appetit auszeichneten. Menw, Sohn des Teirgwaedd, der von seinem Vater länsgt verlorene Fähigkeiten geerbt hatte. Der leichtfüssige Sgity Ysgawndroet, unter dessen Füssen nie ein Grashalm knickte. Theiti Hen mit seinem gefürchteten Messer ohne Griff. Sie alle folgten Arthur bedingungslos. Sie liebten ihn und wären für ihn in den Tod gegangen. Sie waren keine arme Truppe, sondern reich gekleidet und hervorragend bewaffnet. Sie assen über ihren Hunger und manchmal tranken sie auch über ihren Durst. Arthrus Truppe lernte die Lloegriens das Fürchten, so sehr, dass ihnen ihr Ruf manchmal genügte um ein Dorf ohne Gemetzel übernehmen zu können. Um die wachsende Horde zu verpflegen und die Mobilität zu gewährleisten, richtete Arthus Stützpunkte und Verpflegungsstationen ein. Sein Name war schon weit über die Grenzen hinaus bekannt, als Myrddin eines Tages mit Emrys Gwledig zusammentraf. Emrys Neugier galt natürlich Arthur und Myrddin konnte ihm bestätigen, daß von den Taten Arthurs nichts erfunden und gelogen war. Emrys, obwohl in zweiter Ehe, hatte noch immer keinen Nachfolger und so holte er Myrddins Meinung ein, ob dieser junge Heissporn Arthur dereinst vielleicht ein würdiger Nachfolger werden könnte. "Deine Nachfolge, Emrys steht noch nicht in Frage. Arthur ist noch ein junger Bär, aber du bist noch immer der alte Bär".
Das magische Schwert
Eines Tages, als sich Arthurs Mannen in einem Grenzdorf ausruhten, nahm er nicht an dem Gelage teil, sondern entfernte sich von seinen Leuten. Kei trat zu ihm und fragte, was der Grund seines ungewohnten Verhaltens sei. An diesem Abend gebar Arthurs Wille der grösste König zu werden, der jemals auf dieser Erde geschritten ist. Der Gäle Lllenleawc berichtete ihm von der Insel Mam Cymry, in deren Nähe die viel kleinere Insel Kaer Sidi sich befände, wo vom dortigen Herrscher ein magischer Kessel aufbewahrt würde. Wie besessen machte sich Arthur noch dieselbe Nacht mit einer Handvoll Männer auf den Weg. Sie überquerten das Wasser im Sturm, so daß dem erdgebundenen Arthur auch das letzte Quentchen gute Laune vermiest war, als sie endlich auf Kaer Sidi ankamen. Dort in einem Turm Herrschte Diwrnach, der seinen Gästen mit einem sorgenvollen Lächeln Essen und Lager anbot. Vor dem Festgelage zu Ehren der Gäste wurde Arthur der Hausherrin vorgestellt: Modron, die vertragliche Konkubine des Herrschers, die jeden einzelnen der Gäste mit Namen kannte. Diwrnach besass zwei magische Gegenstände, die in seiner Familie jeweils vom Vater zum ältesten Sohn übergegangen waren: einen magischen Kessel, der nie leer wurde und ein blitzendes Schwert mit einer derart scharfen Schneide, daß kein Mensch seiner würdig sei. Eine alte Tradition verlangte, daß dem Gast ein Geschenk gemacht würde und Diwrnach war willens diese Tradition nicht zu brechen: "Arthur, du kannst alles von mir verlangen, ausser meiner Burg, meiner Lebensgefährtin Modron und meiner Freiheit". Arthur, besessen von seiner Idee, wählte den magischen Kessel. Einen solchen Affront konnte der Herrscher von Kaer Sidi nicht hinnehmen und es kam zu dem unvermeidlichen Kampf, bei dem allerdings Arthur und seine Mannen unterlagen und gefesselt ins Verließ abgeführt wurden.Ihre Gefangenschaft sollte allerdings nicht lange währen, denn Modron kam um sie zu befreien und hielt Arthur ein in dicken Stoff eingewickeltes Schwert hin. Als er das Schwert aus seiner Scheide zog, entflammte es in hellem Licht. "Ich wusste es", rief Modron, "es wurde mir heute Nacht im Traum geweissagt, daß du für dieses Schwert gemacht seiest. Es ist aus allerbestem Stahl und hat seine Scheide schon seit Jahrhunderten nicht mehr verlassen". Modron verlangte als Gegenleistung, daß Arthur ihren Sohn Mabon aus erster Ehe - der irgendwo in Britannien in Gefangenschaft war - befreien sollte. Ihr Lebensgefährte würde dies nicht tun, da ihn alles, was nicht seins sei, nicht im Geringsten interessiere. Die kleine Truppe verliess Kaer Sidi bei Nacht und Nebel, nachdem Llenlleawc dem König im Schlaf die Gurgel durchgeschnitten hatte. Hygwydd stemmte den Kessel hoch, lud ihn sich auf den Rücken und brachte ihn zum Boot. Zuhause zurück, zeigte Arthur seinen Leuten Kaletvwlch, das magische Schwert und sie aßen aus dem magischen Kessel. Der Besitz des Schwertes steigerte Arthurs Ruhm und sein Ansehen gegenüber seinen Gefährten. So wie es die Tradiotion verlangte, begann der Disput um das beste Stück Fleisch aus dem Kessel, das nur dem Krieger zustand, der sich der grössten Heldentaten rühmen konnte. Als die Auseinandersetzungen begannen, mischte sich Arthur ein : "Ab heute wird kein Krieger mehr sein Blut vergiessen um das beste Stück zu erhalten. Ab heute gibt es an meiner Rechten einen Platz für den, der des besten Stückes würdig ist. Er muss aber besser sein als alle hier Anwesenden zusammen. Und solange dieser Mann sich nicht vorgestellt hat, bleibt der Platz leer".
Myrddin
Schon am darauffolgenden Tag zog Arthur wieder mit seiner mittlerweile mehrere hundert Mann zählenden Horde in den Kampf gegen die Lloegriens. Jene hatten massenweise Nachschub an Kriegern an Land gesetzt und begannen damit das Land der Kymrys zu erobern und ihre Macht zu implantieren. Wärend mehr als drei Frühlingen zog Arthur wie ein tobender Wirbelsturm über die Angeln und Sachsen her; im Morgengrauen, am Abend, am hellchten Tag und in dunkler mondloser Nacht - zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter. Wärend diesen Schlachten bewährte sich sein Bruder Kei als einer der Tapfersten und als treuer Freund. Wer von seinem Schwert getroffen ward, wurde nie mehr gesund. Bedwyn kämpfte mit seiner Lanze, die beim Eindringen eine Wunde schlug und beim Herausziehen neun weitere. Bei einer dieser Schlachten wurde Arthur von einem Lloegrienführer im Gesicht verletzt. Am Abend nach dem Kampf pflegte ihn Hygwydd, freilich ohne Garantie, ob er überleben würde. Als sich die Nacht und mit ihr eine grosse Traurigkeit über das Lager senkte, tauchte aus dem nahen Wald ein langhaariger Mann in Begleitung eines Wolfes auf und trat unbemerkt von den Anwesenden an Arthurs Lager. Er legte seine Hand auf das gesunde Auge und murmelte: "Dass dieses Auge für zwei sehe, denn das andere wird blind bleiben". Myrddin entfernte sich so unbemerkt wie er gekommen war und liess einen genesenen Arthur zurück, der nicht wissen sollte, wer ihn geheilt hatte.
Arthurs Ruf liess die Krieger zu ihm kommen, zu hunderten um gegen den allgegenwärtigen Feind anzugehen, aber auch um Ruhm und Reichtum zu erlangen. Als da waren Gwrhyr Gwalstawt Ietthoedd, der Uebersetzer Arthurs - Klust mit sehr feinen Ohren, der, beerdigte man ihn, eine Ameise krabbeln hörte - Gwadyn Odyeith, der beim Gehen über harten Boden unter seinen Füssen Funken erzeugte und u.v.a. Gwadyn Ossol, dick und so schwer, dass er unter seinem Gewicht Berge in Täler verwandelte - Gwevyl , der mit seiner Unterlippe sein ganzes Gesicht bedecken konnte - Osla Gyllellvawr mit dem magischen Messer, das, tauchte man es in einen Fluss oder einen See, sich zu einer Brücke verlängerte, über die Arthurs Armee trockenen Fusses zum anderen Ufer überwechseln konnte - Sugun mit dem aussergewöhnlichen Durst, der einen Fluss austrinken konnte - Sol, der einen ganzen Tag lang auf einem Bein stehen konnte - Eirinwych Amheibyn, ein würdiger Ersatzmann für Hygwydd - Gereint, Sohn des Erbin - Gwynn ap Nudd, ein gefürchteter Krieger sowie Gweir, Madawc und viele andere. Als Arthur eines Tages - wie er es immer vor einer Schlacht tat - das Schlachtfeld inspizierte, trat ein bildhübscher junger Barde an ihn heran, der sein Leben damit verdiente, aus alten Zeiten vorzutragen. Er bot sich an Arthur die Legende von Bran zu erzählen. Als er mit seinem Vortrag am Ende war, fragte Arthur, welche Lehre er daraus zu ziehen habe. Der junge Barde meinte, es stünde ihn nicht zu, darauf zu antworten. Arthur, dem der Vortrag gut gefallen hatte, schenkte dem Barden einen Ring. Dieser lehnte das Geschenk jedoch ab: "Wenn du mich belohnen willst, dann denke über Bran nach und über seine Überlegungen und Handlungen, wie er manchmal im richtigen Augenblick seinen Zorn verstummen und seine Mordlust eindämmen konnte, zugunsten des Friedens und der Gnade".Darauf verschwand er in der Nacht und überliess Arthur seinen Gedanken.
Der Nachfolger
Arthur ritt gen Norden, wo die Pikten sich anschickten ins Land der Kymrys einzufallen, zu plündern und zu morden. Es wurde in mancher Hinsicht eine entscheidende Schlacht. Zusammen mit dem Schlachtenführer Howel vernichteten sie die Pikten, die völlig verstört und ohnmächtig angesichts der Uebermacht fast gänzlich aufgerieben wurden. An den sechzig Seen mit den sechzig Felsen belagerten sie die übrigen Pikten und hungerten sie aus. Als jene sich ergaben - ausgehungert, abgemagert und krank - erinnerte sich Arthur des jungen Bardens Worte und hatte plötzlich Mitleid mit die Pikten. Er gab ihnen die Freiheit und versprach ihnen im Falle der Not gegen die Lleogriens beizustehen und mit ihnen gegen den Feind zu kämpfen.Die Besiegten nahmen sein Angebot mit Freunde an und sogleich ging die Kunde durch das ganze Land, daß es zum ersten Mal in der britannischen Geschichte einem Kriegsherrn gelungen war, den Pikten Einhalt zu gebieten. Die Kunde erreichte auch Emrys Gwledig, der - gealtert und des Kämpfens müde - den jungen Arthur zu sich berief. Arthur kam und zollte seinem König den nötigen Respekt. Am Emrys Seite stand ein Unbekannter, der Arthur aufforderte, seinem König gut zuzuhören. Die Skoten hatten sich im Norden mit den Lloegriens verbündet und planten das Land der Kymrys zu überfallen. Emrys schlug alsdann Arthur als seinen Nachfolger vor, der unter der Beratung Myrddins die Kymrys in die Schlacht führen sollte. Da trat ein riesiger Krieger aus der Menge hervor. Es war Yrien, ein mächtiger Clanchef und er widersetzte sich Emrys Wahl, indem er sich als würdiger anbot als Arthur. Das war gleichzeitig eine Herausforderung zum Zweikampf, bis einer der Gegner tot zu Boden ging und den Sieger als Emrys Nachfolger bestimmte. Ein erbitterter und gnadenlos geführter Kampf entschied zu Arthurs Gunsten. Die Entscheidung war für den jungen Arthus gefallen und umso unstrittiger, da Yrien als einer der besten Kämpfer aller Zeiten gegolten und somit durch seine Niederlage Arthurs Stellung nur noch gefestigt hatte. Arthur bekam keine Zeit sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, da der Feind sich anschickte den Gwyned zu erobern und dadurch die Kymrys von ihren Alliierten den Kernyws zu trennen. Das würde gleichsam das Ende beider Völker bedeuten. An diesem Abend begegneten Arthur Myrddin zum ersten Mal bei vollem Bewußtsein und es war Myrddin, der am nächsten Morgen mit flammenden Worten die Kymrys in den Kampf schickte. Es war keine Schlacht, es war ein blutiges und erbarmungsloses Gemetzel. Alle kämpften ausnahmslos wie Furien, aber der junge Arthur übertraf alle. Er zog nicht allein in den Kampf, für ihn kämpften auch seine weisse Stute Llamrei, sein Messer Karnvenhan, seine Lanze Rongomynyat, sein Schild Wyneb Gwrthucher, sein geflochetenes Kettenhemd Gwenn und sein Schwert Kaletvwlch. Es heißt, daß an diesem Tag er allein mehr als 960 Männer im Kampf tötete. Als die Sonne am Abend unterging, fiel ihr Schein auf ein Desaster ohnegleichen. Tausende von Toten, hunderte von zerstückelten Leibern und alle in einem Bad aus Blut. Arthur ritt bergan zu Emrys um ihm den Sieg mitzuteilen, als aus dem Tal von seinen Mitstreitern plötzlich wie aus einem Mund ein anhaltendes Sieges- und Ehrungsgeschrei zu ihm heraufdrang. "Amherawdyr", der Kayser, Herrscher über alle Könige und Clans, der Versammler aller Kymrys und Kernyws - der Mann, von dem das britannische Volk so lange geträumt, den sie solange erbeten hatten: Arthur.
Tod des Königs
Emrys kehrte auf seine Burg zurück, wo er kurz darauf starb. Zuvor jedoch hatte er Arthur und Myrddin zu sich gebeten und insbesondere Arthur das Versprechen abgenommen, so wie er selbst, solle auch Arthur fürderhin Myrddin als Freund und Berater annehmen. Arthur willige frohen Herzens ein.
Tags drauf wurde Emrys Totenfeier zelebriert. Er wurde im Fluß unweit Kaerillon gebadet. Am Abend brachte man ihn zu dem riesigen Scheiterhaufen, in voller Kriegsrüstung, mit den Gegenständen die er geliebt hatte, seinem Hund, seinem Pferd und seinem Stier, den er regelrecht vergöttert hatte. Myrddin erging sich in Lamentierungen und alle Anwesenden stimmten ein. Dann begannen die Zweikämpfe jener Krieger, die ihrem König in den Tod folgen wollten, wenn sie unter den Hieben des strärkeren Gegners fielen. Es war Taliesin, der anschliessend die Grösse und die Glorie des verstorbenen Königs besang. Nach dem Abschluss der Totenfeier beteiligten sich alle Anwesenden an der Bedeckung des noch glimmenden Schieterhaufens mit Steinen und errichteten dadurch ein Denkmal für einen grossen Schlachtenführer. Der König ist tot. es lebe der König.
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[Die Legende von Merlin]
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