Spooks, Spione und Geheimdienste

 

Der Kalte Krieg und seine Macher

 

Spionage ist per se eine geheime Angelegenheit, die möglichst unbemerkt von der „Außenwelt“, sprich: von allen nicht an der Aktion beteiligten unbemerkt und  unerkannt vonstatten gehen soll. Die meisten solcher Aktionen kommen denn auch nicht ans Tageslicht, sondern werden – wenn überhaupt – in stillen und staubigen Aktenordnern in tiefen Archivkellern oder in gut verschlüsselten Computerdateien abgelegt. Die verhältnismäßig wenigen Fälle, die – durch welche Umstände auch immer – publik wurden, gingen in reißerischen Schlagzeilen durch die Presse und wurden in politischen Gremien und Kommissionen diskutiert, meistens aber zerredet.

 

Spionage heißt: Geheimdienst, Nachrichtendienst und verdeckte (inoffizielle, für die Gesellschaft an sich „unsichtbare“) Operationen. An sich ist der Geheimdienst ein Kind des Krieges, ein Mittel um den Gegner auszuspionieren und ihm durch das Wissen um seine Vorhaben eventuell zuvor zu kommen, oder seine Unternehmungen durch Mittelmänner oder politische Intrigen, im Notfall durch verdeckte Operationen (paramilitärische Einsätze) zu vereiteln.

 

Jede große Nation, bzw. jede so genannte Weltmacht beschäftigt einen oder mehrere Geheim-, bzw. Nachrichtendienste, die im Verhältnis zu den Mitteln der diversen  Nationen oder deren internationaler Machtstellung auch entsprechend ausgerichtet und materiell sowie personell eingerichtet sind. Mitunter werden Inlands- und Auslandsnachrichtendienste getrennt verwaltet und sogar von verschiedenen Ministerien beaufsichtigt. Nichtsdestoweniger können sie unter dem Begriff „nationale Sicherheit“ auch zusammengefasst werden und gemeinsam operieren. In verschiedenen, meist diktatorisch, aber auch in demokratisch geführten Staaten ist dem Geheimdienst eine nationale Geheimpolizei angegliedert, die in der Regel als Exekutive fungiert. Große Geheimdienste wie z.B. die CIA, der Mossad, der MI6 oder der ehemalige KGB verfüg(t)en über eigene paramilitärische Einheiten, oder können – je nach Wichtigkeit oder Brisanz eines Falles - auf so genannte freie Mitarbeiter zurückgreifen.

 

 

Der „Beruf“ des Spions ist eigentlich so alt wie die Menschheit selbst, denn seit jeher versuchten Feinde sich auszuspionieren um Vorteile auszunutzen oder Schlachten zu gewinnen. Der Spion als Held wurde zu einer mythologischen Figur, die ähnlich wie der Schlachtenheld, oder der heldenhafte Einzelkämpfer für seine Taten, in der Regel zum Wohl seines Vaterlandes geehrt wurde. Natürlich hat sich die Literatur und die Filmindustrie ihrer angenommen und auch ein interessiertes Publikum gefunden. Die Fiktion überholte manchmal die Realität, aber im Grund blieb die Essenz erhalten: das Auspionieren, das Nachrichtensameln, das Intrigieren und letzten Endes auch das „Eliminieren“, das Attentat.

 

Im Gegensatz zu der unüberschaubaren Menge an trivialen Schmökern, brillieren einige Autoren in ihren Büchern durch Sachkenntnis und sprachliches Knowhow: um nur einige zu nennen: John le Carré, Graham Greene, Robert Littell und neben einigen anderen auch manchmal der Vater der Verschwörungsromane Robert Ludlum.

 

Recht karg ist die Auswahl der Bücher und Autoren die sich, wenn auch zwangsläufig nicht immer objektiv, mit dem Thema und den Nachrichtendiensten als solche befassen.

 

 


 

 

 

Udo Ulfkotte

Der Krieg im Dunkeln

 

Heyne

 

Der Autor (* 1960) studierte Rechtswissenschaften, Politik und Islamkunde, war lange Jahre Redakteur der FAZ mit den Spezialgebieten Sicherheitsmanagement, Spionage- und Terrorismusabwehr, organisierte Kriminalität und u.a. auch der Geheimdienste.

In diesem Buch erzählt er die Geschichte der Geheimdienste von ihrer Gründung bis heute – ein Bericht über Höhepunkte und Niederlagen, Pannen und Skandale, legale und illegale Methoden, falls man in Bezug auf Geheimdienst überhaupt von legalen Methoden sprechen kann.

Anhand von einigen aktuellen, politisch brisanten und skandlösen Fällen schildert Ulfkotte Umstände und Wege, wie die Weltwirtschaft zum Teil von Agenten gelenkt wird, wie viel Politiker überhaupt von Aktionen ihrer Spionagedienste wissen und wie die Nachrichtendienste befreundeter Nationen ineinander greifen.

Das Buch setzt keine Insiderkenntnisse voraus und schildert auf relativ spannende Art, was wir zwar vielleicht schon ahnten, aber nicht mit Sicherheit wissen konnten.

 

 


 

 

John Littell

Die Company

 

Knaur

 

Robert Littell ist den Lesern von Thrillern und Spionageromanen kein Unbekannter. Seit 1973 steht er mit seinen Spionageromanen, die sich durch Scharfblick, Witz und gute Insiderkenntnisse auszeichnen, aber auch durch sehr gute Charakterstudien der Protagnonisten gewinnen, mit an der Spitze der meistgelesenen Autoren des Genres. Zudem zeichnen sich seine Werke durch eine kritische Annäherung an das Thema aus und rechnen zwischen den Zeilen mit dem Pathos und der Absurdität des kalten Krieges ab.

In seiner Saga der Central Intelligence Agency (als US-TV-Zweiteiler sehr nahe am Buch verfilmt)  verbindet Littell Autentizität mit Fiktion und liefert eine sich über mehrere Generationen hin ziehende, hoch spannende Geschichte des vielleicht mächtigsten Geheimdienstes der Welt – quasi ein Epos, das über Gewalt, und Intrige, Moral und Eigennutz, Mord und Verrat, Freundschaft und Kumpanei, Liebe und persönliche Verluste in fesselnder Manier berichtet. Eine Familiensaga der CIA.

 

 

Der Film (3 DVD´s)

 

 

 

 

 

 


 

James Bamford

NSA

 

 Goldmann

 

Der Autor seziert den mächtigsten und größten Geheimdienst der Welt und zeigt uns seine Anatomie. Ein rückhaltloser Report und ein (so der Verlag) nie da gewesener Einblick in Aktionen, die einer demokratischen Kontrolle weitgehend entzogen sind. Verletzung von Grund- und Persönlichkeitsrechten auf der Suche nach Terroristen, bei der Aufdeckung des internationalen Handels mit Atomwaffen. Die NSA, der geheimste aller Geheimdienste, die „No Such Agency“, oder die „Never Say Anithing“ wie sie auch noch ironisch genannt wird, ein informationstechnischer Riese mit quasi unbeschränkten Handlungsmöglichkeiten: die National Security Agency, dessen Geschichte bis in die Dreißiger des Zwanzigsten Jahrhunderts zurückreicht und heute mitunter mit informatischen Methoden arbeitet, von denen die Freaks allenfalls träumen können.

James Bamford gilt weltweit als der Experte in Fragen der Geheimdienstszene, speziell der NSA. Er veröffentlichte u.a. in der New York Times, der Wahsinton Post und der Los Angeles Times.

Alles begann an einem frühen Morgen im Juni 1930, als der achtunddreißigjährige, in Russland geborene Codeknacker William Frederick Friedmann seinen Signal Intelligence Service, dem insgesamt drei Mitarbeiter angehörten, ankurbelte. AN diesem Morgen betrat er das Zimmer 3416, in dem sich ein riesiger Banktresor befand: sein Geheimarchiv, die American Black Chamber.

 

 


 

 

 

Christopher Andrew – Wassili Mitrochin

Das Schwarzbuch des KGB

 

Ulllstein

Die „guten Jungs“ kommen aus dem Westen, so heißt es zumindest in den Romanen und den Filmen der einschlägigen Sorte. Und in diesen Geschichten über Spionage, Mord und Verrat spielt der (ehemalige) sowjetische Geheimdienst KGB (Komitet Gossudarstwennoi Besopasnosti Pri Sowjete Ministrow SSSr - Komitee für Staatssicherheit beim Ministerrat der UdSSR (1954-1978) bzw. KGB SSSR (KGB der UdSSR (1978-1991) in der Regel die „böse, die schändliche und stümpferehafte“ Rolle. Klischee.

Der russische Überläufer Wassili Mitrochin machte eine umfassende Dokumentation seiner Operationen erst möglich. Spektakuläre Fälle, ihre Hintergründe und ihre Zusammenhänge werden beleuchtet und werfen ein neues Licht auf den Einfluss der kommunistischen Parteien des Westens, die Rolle des KGB beim Machterhalt in Osteuropa und besonders in der ehemaligen DDR, sowie den brutalen Kampf gegen Dissidenten im eigenen Land. Wer ein wenig über die McCarthy-Zeit in den USA informiert ist, dem werden die Machenschaften des KGB einigermaßen bekannt vorkommen.

Grundlage für dieses Buch ist der Beispiellose, unbeschränkte Zugang zu einem der geheimsten und am strengsten bewachten Archive der Welt – dem des sowjetischen Auslandsnachrichtendienstes, der Erste Hauptverwaltrung Ausland des KGB. Der FBI werteten Mitrochins Dokumente und Informationen als „das vollständigste und umfassenste Material, das je geliefert wurde“:

 

 

 


 

 

Victor Ostrovsky

Der Mossad

 

Goldmann

Der Autor, gebürtiger Kanadier, verbrachte seine Jugend in Israel und war mit achzehn Jahren der jüngste Offizier in der israelischen Armee. 1982/83 wurde er vom israelischen Geheimdienst rekrutiert, nach vier Jahren Tätigkeit jedoch unter ominösen Umständen wieder entlassen.

In seinem Enthüllungsbuch entmythologisiert und entmystifiziert der Autor den wohl geheimnisumwittertsten aller Nachrichtendienste, dem Mossad (Institut für Aufklärung und besondere Aufgaben, eigentlich Mosad Merkazi leModi’in uLeTafkidim Mejuchadim, „Allgemeiner Nachrichten- und Sicherheitsdienst“)

Was unter der Hand als gegebene Tatsache weitergereicht wurde,  wurde unter der Regierung Barak zum öffentlichen Streitpunkt: darf der Mossad bei seinen Ermittlungen „körperliche Gewalt“ anwenden? Die Vergangenheit des Mossad und das, was in der Presse – wenn auch sicher nicht immer objektiv – allenthalben über ihn berichtet wurde, legt nicht gerade ein Zeugnis für gediegene Zimperlichkeit ab. Mitrochin berichtet aus erster Hand von Methoden und Ausführung politscher Attentate. Ein brisanter Hintergrundbericht, dessen Publikation vom Staat Israel gerichtlich angefochten und – vergeblich – zu verhindern versucht wurde.


 

 

Guido Knopp

Top Spione

 

Goldmann

Der Autor, Ressortchef beim ZDF, beleuchtet die Spooks, deren Fälle bekannt wurden, deren Geschichten Schlagzeilen machten: Doppelagenten, Maulwürfe, Überläufer – die Akteure des kalten Krieges. Was brachte sie dazu ihr Land zu verraten, zu verkaufen? Wie schmuggelten sie ihr Matrial durch den – nicht umsonst so genannten – Eisernen Vorhang?

Guido Knopp hat mit den noch lebenden Top-Spionen, ihren Gegenspielern, ihren Angehörigen und berühmten Zeitzeugen gesprochen.

„Das Vokabular des zweitältesten Gewerbes der Welt ist schillernd: Infiltration, Sabotage, Verrat, Desinformation, Doppelagenten, lebende Köder, tote Briefkästen ….“ (G. Knopp)

Brisantes Material aus den Giftschränken von CIA, KGB, BND und ihren Konkurrenten.

 

 

 


 

 

[nach oben]

 

 

 

 

 

 
© 2008 | Joomla Template by vonfio.de