Kampf der Kulturen

von Samuel Phillips Huntington

 

 

 

 

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Die gefährlichsten Bruchlinien sind dort, wo Macht- und Kulturunterschiede sich überlappen"  (Huntingtom 2002)

 

Huntington ging in seiner Studie von einem Konflikt der Zivilisationen (oder Kulturen) aus und bezeichnete die Religionen, der von ihm genannten acht Welt-Kulturen als die hauptsächlichsten Merkmale, bzw. denkbaren, aber nicht auch zwangsläufig auslösenden Faktoren. Dementsprechend würde sich die Geopolitik multipolarisieren und die westliche Zivilisation (hauptsächlich USA und EU) würde herausgefordert ihre Werte zu verteidigen.

 

Weiterhin plädierte er dafür, dass die führenden Mächte, bzw. die Kernstaaten der von ihm genannten Zivilisationen(Kulturen) darauf verzichten sollten, in andere Zivilisationen einzugreifen. Vielmehr müssten sie den Dialog suchen um Konflikte sowohl innerhalb einer Kultur als auch zwischen den Kulturen zu vermeiden.Seine Studie blieb nicht unumstritten, besonders – so einige der Kritiker - da er die Politik der Macht offenbar der Politik der Menschenrechte vorzöge und die Vielfalt der in den von ihm bezeichneten Kernstaaten lebenden Menschen und die Dynamik der entsprechenden Gesellschaftsprozesse nicht in Betarcht zöge. Andere Beweggründe, wie beispielsweise der Run auf die Ressourcen oder die geopolitischen Bestrebungen des Westens würden dem Hauptargument Religion zum Opfer fallen.

 

In seinem aktuellsten Buch „Who are We …“  kehrte Huntington den multikulturellen Konflikt nach innen, äußerte sich bedenklich u.a. hinsichtlich der wachsenden lateinamerikanischen Zuwandererwelle in die Vereinigten Staaten und plädierte für eine Rückkehr zu den anglo-protestantischen Werten der ersten europäischen Siedler.

 

Solche und ähnliche Plädoyers  dürften uns diesseits des großen Teiches  nicht neu sein. In der EU sind entsprechend wissenschaftliche, aber auch bedeutend tendenziösere  Statements, manche hart am Rand der Blut-und-Boden-Ideologie,  schon seit Jahren im Umlauf und gehören zur populistischen Bagage einiger kleiner Randparteien, werden mitunter aber auch von vereinzelten Politkern der etablierten Parteien in zwar gewogeneren Worten, aber kaum weniger bedeutungsvoll verwendet. Wie überall spielt auch hier die gesellschaftliche Dynamik eine nicht zu verachtende Rolle und die Gesetze der Massenpsychologie gewinnen an Aktualität. Ausländerfeindliche Hetzparolen und national-braun verpackte Deklarationen in der Qualität der Barthresen-Philosophie machen die Runde im EU-Volk. Dem steht die nicht minder emotionale und kaum weniger subjektive Pro-haltungen der Befürworter eines multikulturellen Europa entgegen.Das Hauptargument – die Ausländerfeindlichkeit bzw. -freundlichkeit - wird auf der einen Seite mit einer meist fadenscheinigen und tendenziösen Schollenliebe gerechtfertigt und auf der anderen Seite mit einer manchmal verblendeten Zukunftsvision einer universellen multikulturellen Gesellschaft verteidigt.

     

Die heftige Reaktion vieler muslimischer, außerhalb und innerhalb der EU lebender Gläubiger auf die Mohamedkarikaturen verunsicherte sowohl die Bürger als auch die Politiker Europas und ließ die EU regelrecht erzittern. Als hätte er nichts Besseres zu tun gehabt, musste Herr Ratzinger noch sein Öl zum Feuer dazu geben, was  nicht gerade dazu angetan war, die Aufregung zu dämpfen.Wer im Trend bleiben wollte, ließ sich von der Kopftuchdiskussion mit treiben, oder   – wie in Luxemburg – zerbrach sich den geplagten Kopf mit solch überaus wichtigen Themen wie beispielsweise dem Aussehen einer neuen Nationalflagge…. Wenn es das neurotisch-hysterische Verhalten nicht schon gegeben hätte, dann hätte man es spätestens dann erfunden.

 

 Fern

 

 

Lesen Sie dazu das  Interview mit Jean Asselborn (Aussenminister Luxemburg)


Bild Huntington: (C): World Economic Forum/Photo by Peter Lauth.

Buch: Siedler bei Goldmann  ISBN 3-442-75506-9


 

Presse:

 

   "Es lohnt sich, mit Professor Samuel Phillips Huntington zu streiten. Es macht klüger – und man erlebt so seine Überraschungen beim Kampf der Argumente. " (Spiegel)

 

"Selten hat das Buch eines politischen Wissenschaftlers bei Laien so viel Zuspruch, bei Fachkollegen so viel Widerspruch erfahren." (Die Zeit)

 

Der amerikanische Politikwissenschaftler Huntington stellt in seinem Buch die Frage nach den weltpolitischen Entwicklungen im 21. Jahrhundert. Statt eines harmonischen Zusammenwachsens in einer zunehmend vernetzten Welt sieht er neue Konflikte globalen Ausmasses entstehen: Konflikte zwischen den Kulturen. Er unterscheidet die zeitgenössische Welt in sieben grosse Zivilisationen: die chinesische, japanische, hinduistische, islamische, westliche, lateinamerikanische und afrikanische. Die Weltpolitik des 21. Jahrhunderts wird nicht von Auseinandersetzungen ideologischer oder wirtschaftlicher Natur bestimmt sein, sondern vom Konflikt zwischen Völkern und Volksgruppen unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeit.

 

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Über den Autor
Samuel Huntington, Jahrgang 1927, ist Professor für Politikwissenschaft und Leiter des John-M.-Olin-Instituts für Strategische Studien an der Universität Harvard. Darüber hinaus arbeitet der Mitbegründer der Zeitschrift »Foreign Affairs« als Berater des US-Außenministeriums. Huntington veröffentliche circa 100 wissenschaftliche Artikel und knapp ein Dutzend, z.T. wegweisende Bücher wie »The Soldier and the State« und »American Politics«.

 

Huntington starb am 24. Dezember 2008 , ein bekannter und umstrittener us-amerikanischer Politikwissenschaftler, Dozent, Präsidentenberater und Autor des Bestsellers „The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order.”(1996) In diesem Werk, das er quasi im Anschluss an seinen viel beachteten Artikel gleichen Titels in „Foreign Affairs“ (1993) verfasste, stellte er für das 21. Jahrhundert die Möglichkeit einer Kollision der Kulturen in Aussicht.  

 


 »The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order« wurde in 26 Sprachen übersetzt.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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