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Prinzipielle Gedanken zur Verantwortung Der Begriff Verantwortung bildete sich wahrscheinlich aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet an sich, dass eine Person entweder für seine eigenen oder für Handlungen von Anderen "Rede und Antwort" stehen, bzw. Rechenschaft ablegen muss, erklären und belegen muss, warum oder wie oder wann oder wieso etwas geschehen ist oder stattgefunden hat. In diesen Rechenschaftsberichten werden Zusammenhänge erfasst und das Handeln der involvierten verantwortlichen Personen wird in einen kausalen Kontext gestellt, aus dem die Verantwortlichkeit ersichtlich wird. Sie kann zeitlich begrenzt oder unbegrenzt sein, soziale und geistige, ideologische oder Belange religiöser und doktrinärer Natur umfassen. Verantwortung setzt beim Verantwortlichen von vorneherein einen rationalen Bezug zur Umwelt voraus, die Fähigkeit bewusst entscheiden zu können, eine gewisse Willensautonomie des Verantwortlichen und die Tatsache, dass der Verantwortliche schuldhaft zurechnungsfähig ist. Sie setzt auch voraus, dass Situationen und Umstände existent sind, die vom Mensch beeinflusst werden können und dass Maßstäbe (Normen) festgelegt wurden, welche eine Abweichung oder Verfehlung determinieren können. Letztendlich muss ein eindeutiger Kontext zwischen Verantwortung und Verantwortlichkeit gegeben sein. Prinzipiell kann man zwischen zwei Verantwortungsarten (Verantwortlichkeiten) unterscheiden: die jedem Menschen eigene Verantwortlichkeit sich selbst gegenüber und die Verantwortlichkeit, die sich aus zwangsläufig oder freiwillig übernommenen Verpflichtungen ergibt. In welchem Verhältnis stehen beide Arten zueinander? - einerseits in Bezug auf das gelebte, auch zu ändernde Leben (zu werden, der zu werden man angelegt ist) und andrerseits in Bezug auf bisher eingegangene Verpflichtungen.
1] Hier scheint mir eine eingehende Präzisierung der jeweiligen Verantwortung notwendig, um einerseits zwischen der eigenen, durch erzieherische und kulturelle Einflüsse erworbenen und verinnerlichten Verantwortung als solcher und jener Verantwortung, die durch bewusst eingegangene Verpflichtungen in diese impliziert ist, bzw. durch die Verpflichtungen quasi zwangsweise (mit)übernommen wird. Beide Varianten stehen, obwohl sie sich auf sozialem Plan rational und kausal in sich selbst verästeln, auf psychischem Plan nicht immer im Einklang miteinander - weil:
Daraus ergibt sich, dass das Verhältnis der "zwei Verantwortungen" zueinander (durch das Ineinandergreifen beider), sehr ambivalent ist und je nach Charakterbild, mentaler Stärke oder Schwäche und der Lebensdeontologie des Einzelnen im Zusammenwirken mit der, zwar nicht normativen, aber mehrheitlich applizierten Moral und Ethik, in diesem Menschen einen psychischen Konflikt bewirken kann, aber nicht muss. Hier spielen, wie schon erwähnt die Moral und die Ethik, aber auch die geltende Gesetzgebung und in den meisten Fällen auch der individuelle, weltanschauliche (durch die Religion geprägte) Hintergrund eine tragende Rolle.
2] In Bezug auf das zu ändernde Leben (zu werden, der zu werden man angelegt ist) liegt in der in Klammern geschriebenen Einflechtung die Determinierung, dass der Mensch von vorneherein "dazu angelegt" sei, das zu werden, was er sein wird, ergo quasi seiner "Anlegung" ausgeliefert sei. Durch diese Vorbelastung, besonders im Hinblick auf eine Anlegung mit religiösem Hintergrund (so erschaffen) oder mit esoterischem Hintergrund (reinkarniert) kann der Begriff "Anlegung" durch seine Mehrdeutigkeit "sowohl als auch" bewertet werden werden und schießt jede andere Möglichkeit aus.
Entsprechend der ersten Prämisse ist der Mensch nur bedingt verantwortlich, weil er in letzter Instanz seine Verantwortung seinem Gott oder einer ähnlich untranszendenten Sublimierung überantworten kann - weil er entsprechend seiner Religion (quasi alle Religionen) von vorneherein so zusagen unmündig, ergo unverantwortlich, weil von Gott und dessen Willen abhängig ist.
Ablaufschemata
Sind wir im direkten Kontakt mit jemand verantwortlich für unsere spontanen Reaktionen, z.B. auf Äusserungen, Verhalten oder Aktionen des Anderen ? Wenn wir von Aktion und Reaktion sprechen, beziehen wir uns auf einen Ablauf, eine Handlungsfolge und benutzen zur Schilderung Begriffe, die von ihrer Bedeutung her nur selten richtig oder treffend gebraucht und verstanden werden. Der Begriff "Reaktion" beispielsweise wird in der Umgangssprache "vereinfacht" und verallgemeinert angewendet, was dann auch im Zusammenhang mit "der Meinung" eines jedem vom Anderen zu Mißverständnissen führt, bzw. führen kann. Einfach ausgedrückt: [Aktion]Ursache(Auslöser) >> Wirkung(Reaktionsbildung) >> [Re-aktion]Rückwirkung(Abwehrhaltung) >> [Austausch]Wechselwirkung(Diskussion, Streit, Streitgespräch, Mißverständndis, Kampf, usw. )Die ablaufenden Wechselwirkungen werden in der Regel meist durch gegenseitige, bewußte induktive Schlußfolgerungen(Wahrscheinlichkeitslogik) dominiert, die mitunter in heillose Verstrickungen führen können. Sogar wenn die Wechselwirkung(Der Austausch) an der Oberfläche streng logisch geführt würde, würden sich nichtsdestoweniger auch solche Verstrickungen einstellen, da die Logik als bewußte, verstandesmässige Begabung keinen direkten Einfluß auf unser Unbewusstes hat und die aus dem Unbewussten hinauf ins Bewusstsein steigenden Elemente nicht kontrollieren kann. Der Mensch ist also gewissermaßen bewusst nicht direkt verantwortlich für seine (Re)Aktionen, da er auf die Reaktionsbildung keinen maßgeblichen Einfluss hat. In einem Austausch wird durch das gegenseitige Austauschen im Unbewussten sozusagen "Glöckchen zum klingeln" gebracht, sprich: eine Reaktionsbildung in Gang setzt, welche in einer Reaktion mündet usw usf.... Der Gegenüber seinerseits wird auch wieder reagieren, weil er so oder so des anderen Reaktion wahrnimmt, aber verbindlich und unter den erklärten Umständen damit genauso wenig anfangen kann wie der andere mir seiner Reaktion. Ein jeder ist, egal wie er reagiert, im bewussten Leben vor dem Gesetz verantwortlich und für eventuell angerichteten Schaden haftbar. Er ist aber von seinem "Wesen" her nicht bewußt verantwortlich dafür, wie seine Aktionen, bzw. Reaktionen "zustande" kommen.
Wir sehen zwar die Zusammenhänge, haben aber dadurch noch keine Lösung, um aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen. Die Entwicklung solcher Abläufe potenziert sich wie die Weizenkörner auf dem Schachbrett, nach den Prinzipien der Kausalität.
(Danke P und W für die Gelegenheit, dieses Thema aufgreifen zu können)
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Verantwortung 
